Beethoven und Großbritannien
"Wo man Ihre Compositionen allen andern vorzieht"
ZurückBeethoven unterhielt zahlreiche Kontakte auf die britische Insel, wo seine Musik hoch geschätzt wurde.
Er verkaufte seine Kompositionen an Geschäftspartner in London und Edinburgh, die ihn auch um bestimmte
Werke, etwa Volksliedbearbeitungen oder eine Klavierfassung des Violinkonzerts, baten. Sehr für
Beethoven eingesetzt haben sich in London zwei ehemalige Bonner: der im späteren Beethoven-Haus
geborene Johann Peter Salomon, der als Geiger und Konzertveranstalter eine wichtige Rolle im Londoner
Konzertleben spielte, sowie Beethovens Schüler und zeitweiliger Sekretär Ferdinand Ries. Letzterer
war einer der Direktoren der 1813 gegründeten Philharmonic Society, die Beethoven mehrfach einlud, nach
London zu kommen und von ihr in Auftrag gegebene neue Werke uraufzuführen. Eine Reise auf die Insel kam
aber nie zustande. Die von der Philharmonic Society bestellte 9. Sinfonie erklang dann doch zuerst in
Wien.
Zum Beethovenfest 2007 zeigte das Beethoven-Haus in Kooperation mit der British Library, London,
eine Sonderausstellung, die die vielfältige Thematik veranschaulicht.
Vorgeschichte
Johann Peter Salomon ebnet den Weg
Kupferstich von Georg Siegmund Facius nach einem Gemälde von Thomas Hardy, 1792
Beethoven-Haus Bonn, B 114
Der Geiger Johann Peter Salomon (1745–1815) wurde wie Ludwig van Beethoven in Bonn geboren und wohnte als Kind im heutigen Beethoven-Haus. Wie Beethoven 24 Jahre später wurde auch er als 13-Jähriger in die kurfürstliche Bonner Hofkapelle aufgenommen. Später wurde er Konzertmeister des Prinzen Heinrich von Preußen. Etwa im Jahr 1780 ließ Salomon sich in London nieder, wo er bis zu seinem Tod eine führende Rolle im Musikleben spielte. Er war mit großem Erfolg als Violinvirtuose, Orchesterleiter und als Konzertunternehmer tätig und gehörte auch zu den Gründungsvätern der Philharmonic Society. Salomon setzte sich gemeinsam mit George Smart und Ferdinand Ries sehr dafür ein, dass Beethovens Musik in England noch bekannter wurde; wegen Verlagsangelegenheiten korrespondierte er in späteren Jahren gelegentlich mit Beethoven in Wien. Beethoven war über seinen Tod sehr betrübt: "Salomons Tod schmerzt mich sehr, da er ein edler Mensch war, dessen ich mich von meiner Kindheit erinnere."
Während seiner erfolgreichen Tätigkeit als "head hunter" gelang es Salomon, den hochberühmten Joseph Haydn aus Wien in die britische Hochburg der Musik zu holen, und zwar gleich zweimal (1791/92 und 1794/95). Dieses bleibende Verdienst wurde sogar auf seiner Grabplatte verewigt: "He brought Haydn to England in 1791 and 1794". Die erste gemeinsame Reise führte über seine Heimatstadt Bonn, wo nach wie vor ein Teil der Familie lebte. Beethovens Geigenlehrer Franz Anton Ries führte Joseph Haydn als Gast am 1. Weihnachtsfeiertag 1790 in die drei Jahre zuvor gegründete Lesegesellschaft ein. Sicherlich war auch Salomon dabei, der bereits auf der Hinreise nach Wien am 1. Oktober mit zwei Gästen aus London die "Lese" besucht hatte. So lernte Beethoven bei dieser Gelegenheit nicht nur seinen zukünftigen Lehrer kennen, sondern kam – wenn auch indirekt – erstmals in Kontakt mit England.
Beethoven-Haus Bonn, NE 166
Anders als auf der Hinreise konnte Salomon Haydn auf der Rückreise im Jahr 1792 nicht begleiten. Sein Bedauern hierüber äußerte er in einem Brief an seinen Schwager Geiger in Bonn: "ich kann so gerne ich auch wollte, den lieben Papa Haydn nicht zu Ihnen begleiten, die Angelegenheiten meiner Unternehmungen erheischen unumgänglich meine Gegenwart in England […] Mr Haydn wird Ihnen mündlich die Umstände besser zergliedern". Die Formulierung "Papa Haydn" zeigt einerseits die besondere Nähe, ist aber andererseits durchaus auch als Respektsbekundung gemeint. Aus diesem Brief geht übrigens auch hervor, dass Salomon vom Bonner Verleger Nikolaus Simrock die Klavierauszüge zweier Opern von Wolfgang Amadeus Mozart erworben hat.
Beethoven-Haus Bonn, C Hayd/106
Haydn komponierte für Salomon und dessen Konzertreihen seine letzten 12 Sinfonien, die noch heute als "Londoner Sinfonien" bezeichnet werden. Laut Vertrag trat der Komponist sämtliche Rechte daran an Salomon ab. Dieser bearbeitete die Werke für kammermusikalische Besetzungen und konnte sie noch vor der Erstausgabe der Orchesterstimmen im Eigenverlag veröffentlichen. Die Übertragung von Haydns "Militär-Sinfonie" Nr. 100 für Klaviertrio trägt Salomons eigenhändigen Namenszug auf dem Titelblatt.
Als Beethoven 1792 wie Salomon 27 Jahre vor ihm Bonn verließ, um – ausgestattet mit einem Stipendium des Kurfürsten – in Wien Unterricht bei Haydn zu nehmen, überreichten ihm seine Bonner Freunde zum Abschied ein Erinnerungsbuch mit guten Wünschen für die Zukunft ("Stammbuch"). Christoph von Breunings Abschiedsgrüße belegen, dass man wohl damals schon davon ausging, Beethoven werde ebenfalls noch nach London reisen: "sieh! Es winket Freund lange dir albion [alter Name für die Britischen Inseln] / sieh! den schattigen Hain, den es dem Sänger beut." Beim zweiten Engagement Haydns nach London in der Saison 1794/95 war dann überlegt worden, ob der junge Beethoven seinem Lehrer Gesellschaft leisten sollte. Beethoven blieb aber doch in Wien und sollte ja auch später nie seinen Fuß auf englischen Boden setzen.
Fotografie eines anonymen Schmuckblatts für Ludwig van Beethoven und die Bonner Musiker Wessel,
Peter Grabeler, Johann Peter Salomon, Franz Anton Ries, Wilhelm Neuland und Ferdinand Ries
Beethoven-Haus Bonn, B 401
Der ebenfalls in Bonn geborene Ferdinand Ries (1784–1838), Sohn von Beethovens Geigenlehrer Franz Anton Ries (der
seinerseits Schüler von Salomon gewesen war), folgte Beethoven Anfang 1803 nach Wien und wurde dort dessen
Klavierschüler. Als Pianist bereiste er wenige Jahre später die Welt und ließ sich 1813 in London nieder.
Bereits nach zwei Jahren wurde er zu einem der Direktoren der Philharmonic Society ernannt. In dieser Position
konnte er zwar Beethovens Werken regelmäßig zur Aufführung in London verhelfen, aber auch ihm gelang es nicht,
den Komponisten selbst nach London zu holen. Von den sieben auf dem Schmuckblatt abgebildeten Bonner Musikern
haben also immerhin drei (Beethoven, Salomon und Ferdinand Ries) das Musikleben Englands im 1. Drittel des
19. Jahrhunderts wesentlich mitbestimmt.
Beethovens Beziehungen zu Großbritannien
Der Volksliedsammler George Thomson
Der in Edinburgh lebende Beamte und passionierte Volksliedsammler George Thomson (1757–1851) war bestrebt, die ihm sehr am Herzen liegenden Volksmelodien seiner Heimat vor dem Vergessen zu bewahren. Sein Vorschlag an Beethoven, sechs Sonaten über schottische Melodien zu komponieren, ist der Beginn der nachweisbaren Beziehungen Beethovens zu England. Der Antwortbrief vom 5. Oktober 1803 ist der erste Brief des Komponisten über den Kanal. Obwohl dieses Projekt nicht zustande kam, da keine Einigung über das Honorar erzielt werden konnte, entspann sich in der Folge bis 1820 ein reger Geschäftskontakt. Ende Oktober bot Beethoven die Klaviervariationen über die englischen Volkslieder "God save the King" und "Rule Britannia" WoO 78 und 79 zum Druck an. « Je vous envoie ci joint des Variations sur 2 thêmes anglais, qui sont bien faciles et qui, à ce que j'espère, auront un bons succès. » Möglicherweise hatte Thomson mit seinem Vorschlag sogar den Anstoß zu den Variationen dieser auch auf dem Festland bekannten und beliebten Melodien gegeben. Beide Werke erschienen dann aber zuerst in Wien, "God save the King" wurde zwar ein halbes Jahr darauf von Clementi auch in London verlegt, aber "Rule Britannia" erschien erst zwei Jahrzehnte später in einem englischen Verlag. Beide Melodien verwendete Beethoven noch einmal 1813 in seinem Schlachtengemälde "Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria" op. 91.
Originalausgabe, Bureau des Arts et d'Industrie, Wien 1804
Beethoven-Haus Bonn, C WoO 78/2
Originalausgabe, Bureau des Arts et d'Industrie, Wien 1804
Beethoven-Haus Bonn, C WoO 79
Die folgende Kalkulation von George Thomson vom Januar 1810 war durch Beethovens Brief vom 23. November 1809
ausgelöst worden. Thomson hatte Beethoven für drei Quintette und drei Sonaten 60 Pfund Sterling angeboten
(entsprachen 120 Golddukaten), der Komponist verlangte aber aufgrund der schwachen Währung und der bedrängten
Lage in Kriegszeiten die doppelte Summe. Thomson kalkulierte nun ein Honorar von 40 Pfund statt der angebotenen
30 Pfund je Werkgruppe (in der British Library findet sich auf der Innenseite eines an ihn adressierten
Umschlags eine weitere Kalkulation mit 50 Pfund). Thomson kam zu dem Ergebnis, dass sich erst bei 410 bzw. 440
verkauften Exemplaren die Kosten wieder eingespielt hätten. Da ihm das Geschäft zu riskant erschien, kam es
nicht zustande.
Auf der Rückseite der Kalkulation notierte Thomson eine kurze Zusammenfassung von Beethovens Brief, in dem der
Komponist auch mitteilte, dass er an den 43 Liedern arbeite, die Thomson geschickt hatte.
The British Library
The British Library
Abbildungen mit Genehmigung des British Library Board
"Estimate January 1810.- Suppose I pay to M[ister] B[eethoven] for three Sonatas w[i]t[h] a
Violin Accompag[nemen]t £ 40,- And for Engraving these 20,- £ 60 .'' .'' If these sold at 10/6 –
I find the paper and printing will cost 3 sh.[illing] and Mr Preston must have a profit of 4 sh.
which would leave me 3/6 clear for each copy: Thus to indemnify myself I must sell 350 copies,
which at 3/6 each amounts to £ 61. 2. 6.- But the expence of advertising would require selling
60 copies more, that is, in all 410 copies. Suppose I pay to M. B. for three Quintettos, for
Violins & £ 40,- And for engraving these £ 37,- [Summe] £ 77,- If these are sold at 15 sh.- I
conceive the paper and printing will cost 5/6, and that Mr Preston will demand 5/6, which would
leave me 4 sh.- clear for each copy: And thus to indemnify myself I must sell 390 copies, which
at 4/6 each amounts to £ 78,- And for advertising I w[oul]d need to sell 50 copies more, that
is, in all 440 copies. [Rückseite:] 23d Nov. 1809 L. v. Beethoven Vienne Says he has begun and
will soon finish the Ritornelles & Accompagniments to the 43 Welsh & Irish Airs which I sent him
– And Demanding £ 60 sg for three Sonatas for the Piano w[ith] a Violin Accomp. And the same
price for three Quintettos for Violins & Calculation within respecting the three quintettos."
Deutsche Übersetzung – der englische Text oben ist das Original:
"Kalkulation Januar 1810. – Angenommen, ich zahle Herrn Beethoven für drei Sonaten mit Violinbegleitung £ 40 und für deren Stich 20, [zusammen] £ 60. Wenn diese zu 10/6 [10 Shilling 6 Pence] verkauft werden, so kosten Papier und Druck nach meiner Rechnung 3 Shilling, und Herr Preston muss einen Gewinn von 4 Shilling haben, sodass mir für jedes Exemplar 3/6 netto bleiben: Um mich schadlos zu halten, muss ich also 350 Exemplare verkaufen, was zu je 3/6 £ 61. 2. 6 ergibt. Die Kosten für Anzeigen würden aber den Verkauf von 60 weiteren Exemplaren erfordern, also insgesamt 410 Exemplare. Angenommen, ich zahle Herrn Beethoven für drei Quintette für Violinen usw. £ 40 und für deren Stich £ 37, [Summe] £ 77. Wenn diese zu 15 Shilling verkauft werden, so werden Papier und Druck nach meiner Schätzung 5/6 kosten, und Herr Preston wird 5/6 verlangen, sodass mir für jedes Exemplar 4 Shilling netto bleiben: Um mich schadlos zu halten, muss ich also 390 Exemplare verkaufen, was zu je 4/6 £ 78 ergibt. Und für die Anzeigen müsste ich 50 Exemplare mehr verkaufen, also insgesamt 440 Exemplare. [Rückseite:] 23. Nov. 1809 L. v. Beethoven, Wien. Schreibt, er habe mit den Ritornellen und Begleitungen zu den 43 walisischen und irischen Liedern, die ich ihm geschickt habe, begonnen und werde sie bald fertigstellen – und verlangt £ 60 Sterling für drei Sonaten für Klavier mit Violinbegleitung und denselben Preis für drei Quintette für Violinen usw. Innen die Kalkulation zu den drei Quintetten."
Thomson hoffte, durch zeitgenössische Arrangements die Volksmelodien wieder stärker zur Geltung zu bringen. Durch Bearbeitungen für die damals beliebte Klaviertriobesetzung zum häuslichen Musizieren wollte er dem britischen Bürgertum Einblick in die "ursprüngliche" Musik bieten. Diese Bearbeitungen bestellte er bei renommierten Komponisten wie Joseph Haydn, Leopold Kozeluch, Ignaz Pleyel und eben auch Beethoven. Insgesamt sind rund 150 Liedbearbeitungen Beethovens von irischen, walisischen und schottischen Liedern überliefert. Im September 1809 hatte Thomson Beethoven 43 Melodien geschickt und, wie später noch mehrfach, ausdrücklich um leichte Ausführbarkeit des Klavierparts gebeten. Im erwähnten Brief vom 23. November bemerkte Beethoven, dass dies eine Arbeit sei, die einem Künstler keinen Spaß mache, die aber wohl gut für das Geschäft sei. Er erhielt zunächst drei Dukaten pro Bearbeitung, später dann vier bzw. fünf. Außerdem bat er für die Zukunft um Mitteilung der Texte; eine Bitte, die von Thomson nicht erfüllt wurde und werden konnte. Bei den Texten handelt es sich nämlich nicht um die originalen Volksweisen, sondern Thomson ließ den fertigen Bearbeitungen nachträglich von bekannten Dichtern wie Robert Burns und Sir Walter Scott neue Verse unterlegen. Die schließlich 53 Bearbeitungen schickte Beethoven in angeblich drei Exemplaren (ein eigenhändiges und zwei Abschriften) im Juli 1810 auf verschiedenen Wegen nach England. Thomson wartete allerdings vergeblich. Die vorliegende Abschrift hatte Beethoven seinem Schüler Erzherzog Rudolph geschenkt. Im Sommer 1811 entlieh er sie, um eine neue Abschrift für Thomson erstellen zu lassen, deren Erhalt Anfang August 1812 bestätigt wurde.
Beethoven-Haus Bonn, BH 92
Zu sehen ist das Lied "The Golden Robe" WoO 155 Nr. 5. Im Jahre 1817 veröffentlichte Thomson die
Bearbeitung in den "Walisischen Liedern".
1814 erschien der erste von zwei Bänden "Irische Lieder", 1817 der dritte und letzte Band der "Walisischen Lieder" mit Beethovens Beiträgen im Druck. Thomson fungierte als Herausgeber, gedruckt und vertrieben wurden die Volksliedbearbeitungen vom Londoner Musikverlag Preston. Die Ausgaben waren äußerst bibliophil im Folioformat gestaltet und mit aufwändigen Kupferstichen versehen.
Originalausgabe, 1814
Beethoven-Haus Bonn, C 252/31
Stich "Conway Castle"
Beethoven-Haus Bonn, HCB C Md 125
Beethovens Beziehungen zu Großbritannien
Der Volksliedsammler George Thomson
Nachdem man sich 1814 auf ein Honorar von vier Dukaten pro Liedbearbeitung geeinigt hatte, stellte Beethoven in
einem Brief vom März 1818 eine Honorarnachforderung für drei nachgelieferte schottische Lieder (Thomson bat
regelmäßig um Vereinfachungen von Beethovens Kompositionen). Statt des vereinbarten Honorars habe er nur drei
Dukaten pro Bearbeitung erhalten. Im Antwortbrief wies Thomson allerdings darauf hin, dass die Rechnung vom
Bankhaus Fries sehr wohl über 12 Dukaten laute. Entweder hatte sich also Beethoven getäuscht oder Fries hatte
die Rechnung erst nach Beethovens Intervention geschrieben.
Beethoven teilte außerdem mit, dass er sich die englischen Texte habe übersetzen lassen, hierbei kann es sich
also nur um schon in den "Irischen Liedern" oder den "Walisischen Liedern" veröffentlichte Stücke handeln. Die
Übersetzung geschah wahrscheinlich im Zuge einer geplanten Veröffentlichung beim Wiener Verleger Steiner.
Beethoven bot Thomson Klaviervariationen über diese Melodien für neun Dukaten pro Stück an.
Beethoven-Haus Bonn, HCB BBr 82
« Monsieur Thompson
mon cher ami!
C'est deja du 12 Novembre 1814, que vous m'aves accordè de votre propre Main pour chaque Air
Ecossais quatre ducats en Espéce, mais helas bien occupè, lorsque j'ai vous envoyés dernier fois
les trois airs, et parce la un peu en confusion, j'ai vous mis seulement pour chaque air trois
ducats en Espéce, eh bien, j'ai encore quatre ducats en Espéce de vous reçevoir, et que je vous
pris de les m'assigner chez Fries – »
Der 1818 veröffentlichte fünfte und letzte Band der Serie der "Schottischen Lieder" enthält neben Beethovens 25 Schottischen Liedern op. 108 auch vier von Joseph Haydn sowie die sehr beliebte Kantate "The Jolly Beggars" von Robert Burns in einer Vertonung von Henry Rowley Bishop. Beethoven hatte die Vertonung zuvor abgelehnt. Thomson hatte beide darum gebeten, die Violinstimme so einzurichten, dass sie auch mit der Flöte spielbar sei. Er erhoffte sich dadurch eine Absatzsteigerung. Der Absatz von Beethovens Liedbearbeitungen blieb weit hinter den ersten Ausgaben mit Bearbeitungen Haydns und Kozeluchs zurück, wofür der Herausgeber Beethovens komplexen Stil verantwortlich machte. Im letzten Brief an Thomson vom Mai 1819 erklärte der wegen der fortwährenden Forderung Thomsons nach Einfachheit verärgerte Beethoven denn auch, dass dies für ihn kein Kriterium sein könne und er sich kaum getraue, diese Werke für seine eigenen auszugeben.
Beethoven-Haus Bonn, C 252/136
Beethoven komponierte Einleitung und Ritornell sowie die Klaviertriobegleitung. Zu sehen ist die
Bearbeitung der gälischen Melodie "The Maid of Isla". Der Text stammt von dem berühmten
schottischen Dichter Sir Walter Scott.
Wie bereits erwähnt, versuchte Beethoven, der bezüglich Mehrfachverwertungen einer Komposition durchaus kein schlechter Geschäftsmann war, anschließend, die Kompositionen auch auf dem Kontinent zu verkaufen, und war 1820 in Berlin erfolgreich. Der Verleger Adolph Martin Schlesinger interessierte sich für die Lieder und veranstaltete 1822 eine deutsche Ausgabe. Eine von Beethoven überprüfte und korrigierte Abschrift von zwei unterschiedlichen Schreibern diente als Stichvorlage. Franz Oliva, Beethovens Freund und freiwilliger Sekretär, hatte den englischen Text der Lieder unterlegt. Schlesinger beauftragte den Publizisten und Bibliothekar an der Königlichen Universität in Berlin, Samuel Heinrich Spiker, mit einer Übersetzung ins Deutsche, die dieser dann hinzufügte.
Beethoven-Haus Bonn, HCB Mh 52
Um die Lieder auf dem deutschen Markt besser verkaufen zu können, ließ Schlesinger die Ausgabe zweisprachig englisch und deutsch drucken. Die Lieder waren im Original in einem schottischen Dialekt geschrieben, was deren Übersetzung nicht eben einfach machte. So ist der deutsche Text nicht immer ganz glücklich. Beethoven hatte Schlesinger empfohlen, Carl Friedrich Zelter, einen engen Freund Goethes, mit Korrekturen zu beauftragen, aber der Verleger blieb bei der ursprünglichen Übersetzung.
Deutsche Originalausgabe, Schlesinger, Berlin 1822
Beethoven-Haus Bonn, C 108/7
Im Zuge der Volksliedbearbeitungen hatte Thomson den Komponisten gebeten, selber einige europäische Volkslieder für Bearbeitungen auszuwählen. Es zeigte sich jedoch, dass es nicht möglich war, diese mit englischer Poesie zu unterlegen. 1818 beauftragte Thomson Beethoven nun, Variationenzyklen für Klavier mit Flöte über einige dieser und weitere, teilweise schon als Liedbearbeitungen veröffentlichte Themen zu komponieren (op. 105 und op. 107). Zu sehen sind das russische Thema "Schöne Minka" und die erste Variation über die walisische Melodie "Peggy's Daughter". Beethoven notierte: "zum Thema die Flöte in 8va mit dem Klawier jedoch nur mit der Melodie", überall, wo die Flöte nicht vermerkt ist, spielt sie also die Melodiestimme des Klaviers mit. Die Nebenbemerkung stammt von Beethovens Sekretär Anton Schindler, der die Handschrift zu früh datierte: "Nb. Diese Komposition Beethovens fällt [ausgestrichen: 'entweder'] in das Jahr 1816. [ausgestrichen: 'oder 1819'] A. Schindler."
Variation über das Thema "Peggy's Daughter"
Beethoven-Haus Bonn, BH 70
1819 gab Thomson neun der gelieferten Klaviervariationen heraus. Der Titel lässt darauf schließen, dass eigentlich zwölf geplant waren. Die Sammlung erschien in drei mit einem aufwändigen Titelkupfer verzierten Heften. Sie enthält drei irische, drei walisische (darunter als Nr. 8 das über "Peggy's Daughter"), ein schottisches, ein österreichisches und ein russisches Thema (nämlich das über "Schöne Minka" als Nr. 7).
Variationen über "Peggy's Daughter"
Beethoven-Haus Bonn, C Md 130,2
Beethovens Beziehungen zu Großbritannien
Der Komponist und Verleger Muzio Clementi
Kupferstich von Thomas Hardy nach einem eigenen Gemälde, 1794
Betitelt: "M. CLEMENTI. / From an Original Picture in the Possession of J. Bland. / London,
Published as the Act directs Oct. 31.1794, by J. Bland, No. 45 Holborn."
Beethoven-Haus Bonn, B 1988
Muzio Clementi, 1752 in Rom geboren, wurde bereits als 13-Jähriger von einem englischen Reisenden, der dessen außergewöhnliche Begabung als Organist und Cembalist erkannte, für sieben Jahre "gekauft" und verbrachte diese Zeit eifrig studierend auf einem englischen Landsitz. Seit 1774 lebte er in London, wo er mit seinen Aufsehen erregenden Klaviersonaten in Konzerten auftrat, was damals noch höchst ungewöhnlich war. In den Folgejahren eroberte er sich als Pianist und Lehrer einen führenden Platz im Londoner Musikleben. Anfang der 1780er Jahre unternahm Clementi eine ausgedehnte Konzertreise durch Europa. Später begann er, sich auch als Musikverleger und Klavierbauer zu profilieren. 1798 wurde die berühmte Klavierbaufirma "Longman & Broderip" in "Clementi & Co." umbenannt. Doch unter Clementis Leitung baute das Unternehmen nicht nur Klaviere, sondern veröffentlichte auch Werke von allen berühmten Musikern jener Zeit. Bei der Gründung der Philharmonic Society 1813 wurde er zu einem der sechs Direktoren der Gesellschaft ernannt und beteiligte sich häufig aktiv an deren Konzerten.
Beethoven-Haus Bonn
Die im Stile der damals hochgeschätzten Komponisten Joseph Haydn, Leopold Kozeluch, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Xaver Sterkel und Johann Baptist Vanhal geschriebenen Kadenzen, ergänzt um eine eigene, stellen eine Art musikalischer Anthologie dar, die sowohl Clementis Kenntnis der Werke seiner Kollegen wie auch seine musikalische Wandlungsfähigkeit vor Augen und Ohren führen sollten. Clementi hatte an Heiligabend 1782 in Wien vor Kaiser Joseph II. und dem russischen Zaren Paul I. ein Wettspiel mit Mozart, zu dem auch Improvisationen gehörten, ohne Gesichtsverlust überstanden. Kadenzen wurden damals nur ausnahmsweise notiert und gedruckt. Insofern ist diese Sammlung von historischem Interesse, zeigt sie doch jenen ungeschriebenen Formkanon auf, nach dem Kadenzen zu gestalten waren. Spätestens bei Beethoven mit seinen höchst individuellen und geradezu revolutionären Kadenzen wäre ein Zeitgenosse mit einer Stilkopie aber schnell ans Ende seines Lateins gestoßen.
Beethoven-Haus Bonn, C 252/20,1
Die Sonaten op. 25 erschienen 1804 als "10. Suite du Répertoire des Clavecinistes", einer Reihe, die der Züricher Verlegerkomponist Johann Georg Nägeli herausgab. Die nachfolgende 11. Lieferung enthielt dann Beethovens Sonate "Pathétique" op. 13 und den Erstdruck der Es-Dur-Sonate op. 31 Nr. 3. Aus verlegerischer Sicht standen also damals Clementi und Beethoven gewissermaßen "auf Augenhöhe". In seinen Klaviersonaten gelangen dem Älteren immer wieder zukunftsweisende Ansätze, die auch der Jüngere in seinen ersten Wiener Jahren aufmerksam zur Kenntnis genommen haben wird. Später legte Clementi in dem auch heute noch jedem Klavierschüler wohlbekannten Lehrwerk, das bezeichnenderweise den anspruchsvollen Titel "Gradus ad Parnassum, or The Art of Playing on the Piano" führte, selbstbewusst eine Auswahl aus seinem mehr als ein halbes Jahrhundert dauernden Schaffen vor.
Beethoven-Haus Bonn, C 20/1
Der Druck ist eine spätere Auflage des Nachdrucks von Clementi, Banger, Hyde, Collard & Davis von 1807. Die Originalausgabe des Septetts war 1802 im Verlag von Franz Anton Hoffmeister in Wien und Leipzig erschienen. Beethoven wies in einer Anzeige in der Wiener Zeitung ausdrücklich darauf hin, dass die Übertragung für eine kleinere reine Streicherbesetzung auf den Verleger zurückgeht. Aufschlussreich sind die starken Plattenrisse auf dem Titelblatt. An dieser Verschleißerscheinung kann man ablesen, dass viele Exemplare dieser Ausgabe gedruckt wurden, das Quintett also auch in England besonders beliebt war. Von 1802 bis 1810 begab sich Clementi auf eine ausgedehnte Reise auf den Kontinent, bei der er u. a. eigene Werke bei dortigen Verlegern unterbrachte und Werke anderer Komponisten in Verlag nahm. Im April 1807 traf er in Wien mit Beethoven zusammen, wovon er seinem Teilhaber Collard in einem Brief berichtete: Beethoven habe "zunächst angefangen, mich auf öffentlichen Plätzen anzugrinsen und mit mir zu liebäugeln. Natürlich bot ich alles auf, ihn nicht zu entmutigen." Schließlich habe er die Eroberung der "haughty beauty Beethoven", also der – je nach Interpretation des Übersetzers – stolzen, hoheitsvollen oder hochnäsigen Schönheit Beethoven gemacht. Er habe beim ersten Besuch in dessen Wohnung zunächst angefangen, "einige seiner Kompositionen aus Leibeskräften zu loben" und zu guter Letzt einen Vertrag über folgende Werke abschließen können: das 4. Klavierkonzert op. 58, die 3 Streichquartette op. 59, die 4. Sinfonie op. 60, das Violinkonzert op. 61 und eine Bearbeitung des Konzerts für Klavier und die "Coriolan"-Ouvertüre op. 62. Beethoven erhielt hierfür 200 Pfund, im Druck erschienen aus dieser Serie aber lediglich die Streichquartette und das Violinkonzert bzw. dessen durch Clementi selbst angeregte Bearbeitung. Obwohl Beethoven die Erscheinungstermine der Wiener Ausgaben mitgeteilt hatte, um ein zeitgleiches Erscheinen der englischen Parallelausgaben zu ermöglichen, erschienen diese mit einer Verspätung von zwei Jahren.
Englische Originalausgabe in Stimmen, Clementi, London 1810
Die auf Bitte von Muzio Clementi von Beethoven evtl. mit Unterstützung eines Assistenten angefertigte
Klavierfassung publizierte der Verleger parallel zur Originalfassung. Es hat sich nur ein einziges Exemplar
erhalten, das heute im Royal College of Music in London aufbewahrt wird. Im Konzertbetrieb konnte sich die
Klavierfassung nicht durchsetzen. Tatsächlich handelt es sich um eine "Zweitverwertung", die eher materiellen
Notwendigkeiten entsprang als künstlerischen Überzeugungen. Jedenfalls schrieb Beethoven die Klavierfassung
"für" den Pianisten Clementi und nicht für den eigenen Konzertgebrauch.
In den Jahren 1810/11 erschienen Beethovens opp. 73 bis 82 als "erste" Originalausgaben. Alle wurden kurz vor
den deutschen Parallelausgaben von Breitkopf & Härtel veröffentlicht. Das Streichquartett op. 74 hatte einen
Vorsprung von zwei Monaten. Auf dem Titelblatt sind die kurz zuvor veröffentlichten anderen Beethoven-Ausgaben
eigens vermerkt: "Where may be had just Published by the above Author, A Concerto / for the Piano Forte. Two
Sonatas, for D°. Thema, with Variations for D°. / A Fantasia for D°. and a Concerto for the Violin." Damit sind
die Klavierfassung des Violinkonzertes op. 61, die Klaviersonaten op. 78 und 79, die Klaviervariationen op. 76
und die Klavierfantasie op. 77 sowie die Originalfassung des Violinkonzertes gemeint. Das Streichquartett selbst
trägt hier die Opuszahl 62, weil Clementi von seiner letzten Beethoven-Ausgabe aus weiterzählte. Die
Klaviersonaten erschienen dann als op. 63, das Klavierkonzert op. 73 als op. 64 und die Chorfantasie op. 80 als
op. 65. Die anderen Ausgaben trugen keine Opuszahl.
Englische Originalausgabe, Clementi, London 1810
Beethoven-Haus Bonn, C 74/11
Der Komponist und Verleger Muzio Clementi
Die Klavierfassung des Violinkonzerts (D-Dur) op. 61
Eine von Beethoven sorgfältig durchgesehene Abschrift der von Clementi angeregten Klavierübertragung ist überliefert. Der Komponist korrigierte Noten, ergänzte dynamische Zeichen, Schlüssel, Legatobögen, Pedalanweisungen, Vortragsanweisungen wie "dolce" und "pizz[icato]", fehlende Schlüssel, Pausen u. a. m. Der Solopart weist auch Rasuren auf. Viele Korrekturen sind am Rand mit einem Kreuz gekennzeichnet.
The British Library
The British Library
Abbildung mit Genehmigung des British Library Board
Zu sehen ist der Beginn des 2. Satzes mit eigenhändigen Ergänzungen, oben mit Bleistift "Tutti",
unten mit Tinte "Bassi".
Im Zuge der Klavierübertragung überarbeitete Beethoven in den Monaten Mai bis Juni 1807 auch den Part der Solovioline. Im Druck erschien die Fassung für Klavier und Orchester im August 1808 und damit ein Vierteljahr nach dem "Original" für Violine und Orchester. Obwohl die Klavierfassung ohne die Anregung des englischen Verlegers vermutlich nie entstanden wäre, erschien die Londoner Ausgabe erst weitere zwei Jahre später.
Deutsche Originalausgabe, Bureau des Arts et d'Industrie, Wien 1808
Beethoven-Haus Bonn, HCB C op. 61
Während von der Bearbeitung selbst nur die Überprüfte Abschrift überliefert ist, besitzen wir noch originale Kadenzen von Beethovens Hand für dieses Konzert. Gezeigt wird die Kadenz zum ersten Satz. Sie ist nicht nur ihrer Länge wegen – zwölf handgeschriebene Seiten! – ungewöhnlich. Der Klavierstimme liegt ein zweites Manuskript, eine Paukenstimme, bei. Dem Soloklavier ausgerechnet in der Kadenz eine Pauke beizugesellen, ist singulär in der Klavierliteratur (bis Alexander Glasunow viele Jahrzehnte später darauf zurückkam). Schon zu Beginn des Konzerts hat die Pauke eine herausragende Rolle: mit vier Schlägen eröffnet sie solistisch das Geschehen. Vielleicht wollte Beethoven diese Rolle in der Kadenz noch einmal festigen und bestärken. Die eigenhändige Niederschrift der Kadenz befand sich früher in der Musiksammlung von Beethovens Schüler Erzherzog Rudolph von Österreich, der ein guter Pianist war.
Beethoven-Haus Bonn, HCB Mh 20a
Beethoven-Haus Bonn, HCB Mh 20b
Beethovens Beziehungen zu Großbritannien
Der Verleger Robert Birchall
Nachdem Beethoven im Frühjahr 1815 insgesamt 13 Werke an den Wiener Verleger Sigmund Anton Steiner verkauft hatte, bemühte er sich auch für diese Werke um eine englische Parallelausgabe. Eine diesbezügliche Bitte an Sir George Smart blieb unbeantwortet. Zweieinhalb Monate später bot Beethoven die Werke dann Johann Peter Salomon zur Vermittlung an einen englischen Verleger an (beide Briefe sind auf den folgenden Seiten zu sehen). Diesem gelang es, zumindest vier davon unterzubringen: Der Londoner Verleger Robert Birchall übernahm die Violinsonate op. 96, das "Erzherzog-Trio" op. 97 sowie die Klavierauszüge der 7. Sinfonie op. 92 und der Schlachtensinfonie "Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria" op. 91 gegen ein Honorar von 130 holländischen Golddukaten. Beethovens einstiger Schüler Ferdinand Ries, der 10 Jahre seines Lebens in London verbrachte, übernahm sowohl die Korrekturen für Birchall als auch weitere Vermittlungen zwischen Komponist und Verleger, z. B. bezüglich der Erscheinungsdaten.
"Vien am 28ten Februar 1816
Mein lieber Rieß!
Schon längst[en]s habe ich ihnen geschrieben, daß das trio u. Sonate auch abgeschikt worden,
beym lezten Briefe bat ich sie, da ich so viele auslagen noch hatte, daß sie sorge trügen, daß
H.[err] B.[irchall] diese Unkosten welche wohl wenigstens 10 dukaten in Gold machen mir vergüte,
ohnedem hat er die Klawierauszüge für gar nichts beynahe erhalten [...]"
Beethoven-Haus Bonn, BH 17
Beethoven hatte mittlerweile alle vier Werke nach London geschickt und forderte nun vom Verleger zusätzlich zum vereinbarten Honorar die Erstattung der Kopiatur- und Portokosten ("Es ist für einen Engländer Sehr wenig, aber destomehr für einen armen österreichschen Musikanten!"). Am 10. Februar schickte er Ries eine detaillierte Abrechnung über die entstandenen Zusatzkosten in Höhe von 10 Dukaten. Außerdem teilte er seine Trauer über den Tod Salomons mit, dessen Testamentsvollstrecker Ries war: "Salomons Tod schmerzt mich sehr, da er ein edler Mensch war, dessen ich mich von meiner Kindheit erinnere."
Kupferstich von Charles Picart, wohl nach einer eigenen Zeichnung, 1824
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 161
1824 kehrte Ries ins Rheinland zurück. Kurz zuvor wurde dieses Portrait angefertigt und in der englischen Musikzeitschrift "The Harmonicon" veröffentlicht. Ries schenkte es seinem alten Bonner Freund Franz Gerhard Wegeler (1765–1848) und versah es mit der handschriftlichen Widmung: "meinem Freunde Wegeler Ferd: Ries". Übrigens stammt auch das Titelzitat der Ausstellung "wo man Ihre Compositionen allen andern vorzieht" aus einem Brief von Ferdinand Ries an Beethoven.
Beethoven-Haus Bonn, NE 210
Das Dokument trägt eine eigenhändige Unterschrift. Der Text lautet: "Received March 9th 1816 of
Mr. Robert Birchall. Music Seller. No. 133 New Bond Street. London; the sum of One Hundred &
thirty Gold Dutch Ducats, Value in English Currency Sixty-five Pounds, for all my Copyright and
Interest, present & future vested or contingent, or otherwise within the United Kingdom of Great
Britain & Ireland in the four following Compositions or Pieces of Music, composed or arranged by
me. Viz. 1st A Grand Battle Sinfonia descriptive of the Battle & Victory at Vittoria, adapted
for the Pianoforte & dedicated to His Royal Highness The Prince Regent beginning thus [folgt
Incipit] forty Ducats. 2.nd A Grand Symphony in the Key of A, adapted for the Pianoforte
beginning thus [folgt Incipit] & dedicated to Her Majesty the Empress of Russia Op. 98 3.rd A
Grand Trio for the Pianoforte, Violin & Violoncello in the Key of B. beginning thus [folgt
Incipit] & dedicated to the Archduke Rudolph of Austria Op. 97 4.th A Sonata for the Pianoforte
in the Key of G with an Accompaniment for the Violin, beginning thus [folgt Incipit] dedicated
to the Archduke Rudolph of Austria Op. 96. And, in consideration of such Payment I hereby for
myself, my Executors & Administrators promise & engage to execute a proper Assigenment therof to
the said Robert Birchall, his Executors & Administrators or Assignees, at his or their Request &
Costs, as he or they shall direct. And I likewise promise & engage as above that none of the
above pieces of Music shall be published in any Foreign Country, before the time & day fixed and
agreed on for such publication between the said Robert Birchall & myself shall arrive Ludwig van
Beethoven mp 130 Dutch Ducats or ₤ 65 -"-" Sterling"
Deutsche Übersetzung – der englische Text oben ist das Original:
"Am 9. März 1816 von Herrn Robert Birchall, Musikalienhändler, New Bond Street Nr. 133, London, erhalten: die Summe von einhundertdreißig holländischen Golddukaten, im Wert von fünfundsechzig Pfund in englischer Währung, für alle meine Urheber- und Verwertungsrechte, gegenwärtige und künftige, bestehende, bedingte oder sonstige, innerhalb des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland an den vier folgenden, von mir komponierten oder bearbeiteten Kompositionen oder Musikstücken, nämlich: 1. eine große Schlachtsinfonie, die Schlacht und den Sieg bei Vittoria schildernd, für das Pianoforte bearbeitet und Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzregenten gewidmet, beginnend wie folgt [folgt Incipit], vierzig Dukaten. 2. eine große Sinfonie in A-Dur, für das Pianoforte bearbeitet, beginnend wie folgt [folgt Incipit], Ihrer Majestät der Kaiserin von Russland gewidmet, op. 98. 3. ein großes Trio für Pianoforte, Violine und Violoncello in B-Dur, beginnend wie folgt [folgt Incipit], dem Erzherzog Rudolph von Österreich gewidmet, op. 97. 4. eine Sonate für das Pianoforte in G-Dur mit Begleitung der Violine, beginnend wie folgt [folgt Incipit], dem Erzherzog Rudolph von Österreich gewidmet, op. 96. Und in Anbetracht dieser Zahlung verspreche und verpflichte ich mich hiermit für mich, meine Testamentsvollstrecker und Nachlassverwalter, dem genannten Robert Birchall, seinen Testamentsvollstreckern und Nachlassverwaltern oder Rechtsnachfolgern auf sein oder ihr Verlangen und auf seine oder ihre Kosten eine ordnungsgemäße Abtretungsurkunde darüber auszustellen, wie er oder sie es bestimmen. Und ebenso verspreche und verpflichte ich mich wie oben, dass keines der oben genannten Musikstücke in irgendeinem anderen Land veröffentlicht wird, bevor der zwischen dem genannten Robert Birchall und mir für diese Veröffentlichung festgesetzte und vereinbarte Zeitpunkt gekommen ist. Ludwig van Beethoven mp. 130 holländische Dukaten oder £ 65 Sterling."
Mit der Eigentumsbestätigung trat Beethoven dem Verleger Eigentums- und Verlagsrechte der genannten Werke für das
Vereinigte Königreich und Irland ab und verpflichtete sich, mit der Veröffentlichung in anderen Ländern bis zu
deren Erscheinen in Großbritannien zu warten. Die Werke sind einzeln mit Incipit, Widmungsträger und Opuszahl
aufgeführt (die 7. Sinfonie irrtümlich mit op. 98). Durch zeitgleiches Erscheinen auf Kontinent und Insel sollte
gewährleistet werden, dass kein Verleger durch unautorisierte Nachdrucke wirtschaftlichen Schaden erleide.
Nichtsdestotrotz erschien die Violinsonate schon im Juli 1816 im Wiener Verlag Steiner, bei Birchall erst drei
Monate später im Oktober, wogegen Birchall bei op. 91 einen Vorsprung von zwei Monaten gegenüber Steiner hatte.
Auch der Klavierauszug der 7. Sinfonie erschien zuerst in Wien und zwei Monate später, im Januar 1817, in
London. Beethoven war es wohl nie gelungen, genaue Erscheinungstermine nach London mitzuteilen.
Obwohl der Komponist das Honorar spätestens Anfang Mai in Händen gehalten haben muss, ließ er erst mit geraumer
Verspätung im September 1816 das unterzeichnete Dokument zur Weiterleitung nach England an Johann von Häring
überbringen, der seine englische Korrespondenz erledigte.
Beethoven-Haus Bonn, NE 151
"Sir, In Answer to your's of the 1.st October I am desired by M.r Birchall to inform you, he is
glad to find you are now satisfied respecting his promise of paying you the £ 5 - . - . in
Addition to what you before received according to Agreement – but he did not think you would
have delayed sending the receipt signed after the receipt of the 130 – Ducats merely because you
had not received the £ 5 - - which latter sum was not included in the receipt – Till it arrives
M.r Birchall cannot at any rate enter into any fresh arrangement, as his first care will be to
secure those Pieces he has already paid you for, & see how they answer his purpose as a Music
Seller, & without the rec.t he cannot prevent any other Music Seller from publishing them In
regard to the Airs with Variations, the Price of £ 30 - . - . which is supposed you mean for
each, is considerably more than he could afford to give – even to have any hopes of seeing them
repay him – , if that should be your lowest price, M.r Birchall will give up his Idea of them
altogether […]"
Deutsche Übersetzung – der englische Text oben ist das Original:
"Sehr geehrter Herr, in Beantwortung Ihres Schreibens vom 1. Oktober bin ich von Herrn Birchall beauftragt, Ihnen mitzuteilen, dass er sich freut, Sie nun hinsichtlich seines Versprechens beruhigt zu sehen, Ihnen die £ 5 zusätzlich zu dem zu zahlen, was Sie vereinbarungsgemäß bereits erhalten haben. Er hätte jedoch nicht gedacht, dass Sie die Zusendung der unterzeichneten Quittung nach Erhalt der 130 Dukaten nur deshalb hinauszögern würden, weil Sie die £ 5 noch nicht erhalten hatten – eine Summe, die in der Quittung gar nicht enthalten war. Bis diese eintrifft, kann Herr Birchall keinesfalls eine neue Vereinbarung eingehen, denn seine erste Sorge wird sein, sich die Stücke zu sichern, die er Ihnen bereits bezahlt hat, und zu sehen, wie sie sich für ihn als Musikalienhändler bewähren; ohne die Quittung kann er keinen anderen Musikalienhändler daran hindern, sie zu veröffentlichen. Was die Volksweisen mit Variationen betrifft, so ist der Preis von £ 30, den Sie vermutlich für jede einzelne meinen, beträchtlich höher, als er zahlen könnte – auch nur mit der Hoffnung, dass sie ihm die Kosten wieder einbringen. Sollte das Ihr niedrigster Preis sein, wird Herr Birchall den Gedanken an sie ganz aufgeben […]"
Birchalls Mitarbeiter Christopher Lonsdale äußerte sich zufrieden darüber, dass die Bezahlung nun endlich abgeschlossen sei. Zuvor hatte er Beethoven bereits darum gebeten, für zukünftige Projekte ein Honorar inklusive aller Kosten zu benennen. Lonsdale mahnte hier zum wiederholten Mal die Eigentumsbestätigung an und mutmaßte, dass Beethoven die Unterzeichnung vom Erhalt seiner Nachforderung abhängig mache. Laut Quittung hatte Beethoven diese aber am 3. August erhalten. Er hatte auch die Eigentumsbestätigung am 9. September in Baden Peter Joseph Simrock, der ihn dort besuchte, mitgegeben mit einem kurzen Schreiben an Johann von Häring zur Weiterleitung nach London. Die weitere Verzögerung lag also wohl bei den Bankhäusern. Birchall hatte Beethoven weiterhin um Variationen über Volksweisen für Klavier mit Violin- oder Cellobegleitung gebeten; das von Beethoven geforderte Honorar von 30 Pfund schien ihm jedoch zu hoch. Mit Hinweis auf Birchalls schlechte Gesundheit wurden weitere Angebote (Klaviersonate op. 101 und ein deswegen nie fertiggestelltes Klaviertrio in f-Moll) ausgeschlagen. Es kam zu keiner weiteren Zusammenarbeit. Erst Anfang Dezember 1816 erschien die englische Originalausgabe des Trios bei Birchall. Die Wiener Originalausgabe hatte also abermals einen "Vorsprung" von drei Monaten.
Beethoven-Haus Bonn, C 97/17
spätere Auflage der englischen Originalausgabe, erschienen bei Birchall in London 1824
Ferdinand Ries sollte auch die Variationen über einen Walzer von Anton Diabelli (C-Dur) op. 120 in England zum Druck anbieten. Am 25. April 1823 kündigte ihm Beethoven an: "Sie erhalten ebenfalls in einigen Wochen neue 33 Variationen über ein Thema (Walzer Opus 120), Ihrer Frau gewidmet." Die Überprüfte Abschrift ist das versprochene Manuskript, Beethoven hat es auf dem Titel eigenhändig mit Widmung und Datum versehen: "33 Veränderungen über einen walzer Der Gemahlin meines lieben Freundes Ries gewidmet von Ludwig van Beethoven Vien am 30ten April 1823". Die englische Ausgabe kam jedoch nicht zustande, wie Ries in seinen Erinnerungen an Beethoven berichtet: "Denn Beethoven hatte das Abschicken so lange verschoben, und seinen Auftrag so ganz vergessen, daß, als ich Boosey [der Londoner Verleger, der das Werk herausgeben wollte] die Variationen brachte, wir (…) diese und zwar mit Zueignung an Madame Brentano, schon in Wien (…) gestochen fanden".
Beethoven-Haus Bonn, HCB Mh 55
Der Verleger Robert Birchall
Die "Schlachtensinfonie" op. 91
Anonymer Kupferstich, um 1815
Betitelt: "MARQUIS WELLINGTON / Herzog von Ciudad Rodrigo, / General en Chef der verbündeten Armeen v. Spanien u. Portugal. // Industrie Comptoir zu Leipzig."
Am 21. Juni 1813 besiegten in der nordspanischen Ebene von Vitoria die Truppen von Sir Arthur Wellesley, Herzog von Wellington, die napoleonischen Truppen. Der Tüftler, Erfinder und Musikmechaniker Johann Nepomuk Mälzel – er baute auch die Hörrohre für den Komponisten – überzeugte Beethoven von seiner Idee, die Niederlage der Franzosen in einem Musikstück zu verarbeiten. Ursprünglich gedacht für Mälzels neuen Musikautomaten, das so genannte Panharmonikon, erwies sich das Stück als zu ausufernd für die Übertragung auf abspielbare Zylinder. Beethoven arbeitete die Komposition daraufhin für großes Orchester um und stellte der Siegessinfonie noch ein musikalisches Schlachtengemälde (mit den Märschen "Rule Britannia" und "Marlborough") und eine Intrada voran. Als ausgesprochenes Gelegenheitswerk traf es den Zeitgeschmack und erzielte im Dezember 1813 den denkbar größten Publikumserfolg. In der Folge wurde es oft in Wien aufgeführt. Beethoven widmete das Stück dem Prinzregenten und späteren König von England George IV., der seit 1811 anstelle seines geisteskrank gewordenen Vaters regierte. Bereits im Frühjahr 1814 hatte Beethoven die Partiturabschrift an den Widmungsträger geschickt, aber weder eine Antwort noch die eigentlich erwartete finanzielle Anerkennung erhalten. Stattdessen wurde das Werk aber am 10. Februar 1815 in der ersten einer stattlichen Anzahl von vielbejubelten Aufführungen in London gegeben. Die Zeitungen berichteten ausführlich, worauf Beethoven, der selbst zwar Französisch, nicht jedoch Englisch beherrschte, Johann von Häring mit einem Schreiben an den Dirigenten George Smart beauftragte. Beide äußerten sich zwar sehr erfreut über den großen Erfolg der Schlachtensinfonie in London. Beethoven bat aber den Dirigenten um Rat, da er den Klavierauszug nicht ohne die Zustimmung des Widmungsträgers veröffentlichen wolle. Außerdem bot er Smart weitere Werke zur Vermittlung an englische Verleger an. Im Nachsatz dankte Beethoven für die Mühe, mit der sich Smart seinen "Kindern" (also Kompositionen) widme.
Beethoven-Haus Bonn, HCB Br 237
"My dear Sir George
I see by the papers that You have brought forth in the theatre Beethoven's battle and that it
was received with considerable applause; I was very happy to find that your partiality to M.r
B's compositions is not diminished, and therefore I take the liberty in his name to thank You
for the assistance you afforded in the performance of that uncommon piece of musick. He has
arranged it for the Pianoforte, but having offered the Original to His R.[oyal] H.[ighness] the
Prince Regent, he durst not venture to sell that arrangement, to any Editor, until he knew the
Prince's pleasure not only with respect to the dedication, but in general. Having waited so many
months without receiving the least acknowledgment, he begged me to apply to you for advice. His
idea is to dispose of this arrangement and of several other original Compositions to an Editor
in London – or perhaps to several united, if they would make a handsome offer – they would
besides engage, to let him know the day of the appearance for sale of the respective pieces, in
order that the Editor here may not publish one copy before the day to be mentioned. At the end
of this letter follows the list of such compositions with the price which the author expects. I
am persuaded, Sir George, You will exert yourself to benefit this great genius. He talks
continually of going to England, but I am afraid that his deafness, seemingly encreasing does
not allow him the execution of this favorite idea. […]
[Nachschrift nach Diktat von Beethoven:] Give me leave to thank you for the trouble you have
taken several times, as I understand, in taking my works under your protection, by which I don't
doubt all justice has been done. I hope you will not find it indiscreet if I solicit you to
answer M.r Häring's letter as soon as possible. I should feel myself highly flattered, if you
would express your wishes, that I may meet them, in which You will always find me ready as an
acknowledgment for the favors you have heaped upon my children. -
Yours gratefully
Ludwig van Beethowen"
Deutsche Übersetzung – der englische Text oben ist das Original:
"Mein lieber Sir George, ich ersehe aus den Zeitungen, dass Sie im Theater Beethovens 'Schlacht' herausgebracht haben und dass sie mit beträchtlichem Beifall aufgenommen wurde. Ich war sehr glücklich festzustellen, dass Ihre Vorliebe für Herrn Beethovens Kompositionen nicht nachgelassen hat, und erlaube mir deshalb, Ihnen in seinem Namen für die Unterstützung zu danken, die Sie bei der Aufführung dieses ungewöhnlichen Musikstücks geleistet haben. Er hat es für das Pianoforte bearbeitet, wagte es aber nicht, diese Bearbeitung an irgendeinen Verleger zu verkaufen, da er das Original Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzregenten angeboten hatte, bevor er den Willen des Prinzen kannte, nicht nur in Bezug auf die Widmung, sondern überhaupt. Nachdem er so viele Monate gewartet hat, ohne die geringste Bestätigung zu erhalten, bat er mich, Sie um Rat zu fragen. Seine Absicht ist, diese Bearbeitung und mehrere andere Originalkompositionen einem Verleger in London zu überlassen – oder vielleicht mehreren gemeinsam, wenn sie ein ansehnliches Angebot machen würden. Sie müssten sich außerdem verpflichten, ihm den Tag mitzuteilen, an dem die jeweiligen Stücke in den Handel kommen, damit der hiesige Verleger vor diesem Tag kein einziges Exemplar veröffentlicht. Am Ende dieses Briefes folgt die Liste dieser Kompositionen mit dem Preis, den der Komponist erwartet. Ich bin überzeugt, Sir George, Sie werden sich bemühen, diesem großen Genie zu nützen. Er spricht ständig davon, nach England zu gehen, aber ich fürchte, seine Taubheit, die offenbar zunimmt, erlaubt ihm nicht, diesen Lieblingsgedanken auszuführen. […] [Nachschrift nach Diktat von Beethoven:] Erlauben Sie mir, Ihnen für die Mühe zu danken, die Sie sich, wie ich höre, mehrfach gemacht haben, indem Sie meine Werke unter Ihren Schutz nahmen, wodurch ihnen, wie ich nicht bezweifle, volle Gerechtigkeit widerfahren ist. Ich hoffe, Sie finden es nicht unbescheiden, wenn ich Sie bitte, Herrn Härings Brief so bald wie möglich zu beantworten. Ich würde mich sehr geschmeichelt fühlen, wenn Sie mir Ihre Wünsche mitteilten, damit ich ihnen entsprechen kann; dazu werden Sie mich stets bereit finden, als Dank für die Gefälligkeiten, mit denen Sie meine Kinder überhäuft haben. Ihr dankbarer Ludwig van Beethoven"
Der Anschlagzettel der englischen Erstaufführung unter Leitung von Sir George Smart im Theatre Royal Drury Lane am 10. Februar 1815 wies ausdrücklich auf den großen Erfolg der Wiener Aufführungen hin: "between the 2nd and 3rd Parts will be introduced, for the 1st time in our Country, A Grand Battle Sinfonia. Composed by Beethoven. And performed with unbounded Applause at Vienna." Auf dem Anschlagzettel zur zweiten Londoner Aufführung war wenige Tage später folgender Kommentar zum großen Erfolg der vorangegangenen Aufführung vermerkt: "Which was performed, for the first time, on Friday last, with universal Acclamations of Applause, and unanimously encored.", also mit stetig wachsender Begeisterung des Publikums. Das Werk wurde bis Mai in rascher Folge immer wieder und mit immer weiter zunehmender Publikumseuphorie aufgeführt. Im Jahr darauf bestand das Orchester aus 200 Musikern. Bis zum November 1817, als Princess Charlotte starb, stand das Werk in fast jedem Konzert, das hier veranstaltet wurde, auf dem Programm. In diesem Theater wurde auch Beethovens Oratorium "Christus am Ölberg" op. 85 im Februar 1814 erstmals in England aufgeführt und öfter wiederholt.


The British Library
Drury Lane in London
The British Library
Abbildungen mit Genehmigung des British Library Board
The British Library
The British Library
Abbildung mit Genehmigung des British Library Board
Besondere Beachtung dürfte auch die szenische Aufführung am 23. Juni 1830 im King's Theatre am Haymarket gefunden haben, in der neben Bühnenbild, Kostümen und sonstigen Dekorationen sogar echte Pferde auf die Bühne geführt wurden.
Der Verleger Robert Birchall
Die "Schlachtensinfonie" op. 91
Kupferstich von Luigi Schiavonetti nach einer Zeichnung von John Wright nach einem Gemälde von Thomas Phillips, 1809
Beethoven-Haus Bonn, B 2109
Betitelt: "HIS ROYAL HIGHNESS / GEORGE AUGUSTUS FREDERICK, PRINCE OF WALES. / From an original
Picture by T. PHILLIPS, ESQ. R.A. in his own Possession. / Drawn by J. Wright, Engraved by L.
Schiavonetti. / PUBLISHED OCT. 11.1809, BY T. CADELL & W. DAVIES, STRAND, LONDON. / ..."
Beethoven-Haus Bonn, HCB Br 208
"Mein Verehrter LandsMann! […]
vieleicht ist es ihnen auch möglich mir anzuzeigen, auf welche Art ich vom Prinzen Regenten
wenigstens die CopiaturKosten für die ihm übermachte Schlacht-Simphonie auf Wellingtons Sieg in
der Schlacht von Vittoria. erhalten kann, denn längst habe ich den Gedanken aufgegeben, auf
sonst irgendwo etwas zu rechnen, nicht einmal einer Antwort bin ich gewürdigt worden, ob ich dem
Prinzen Regenten dieses Werk widmen darf, indem ich's herausgebe, ich höre sogar das werk soll
schon in London in Klawierauszug heraus seyn welch Geschick für einen Autor!!! Während die
englischen und deutschen Zeitungen voll sind von dem Erfolge dieses werkes im durylane Theater
aufgeführt, das Theater selbst ein paar gute Einnahmen damit gemacht, hat der Autor nicht einmal
eine [freund]schaftliche Zeile darüber aufzuweisen, nicht einmal den Ersaz der Copiatur-Kosten,
ja noch den verl[ust] alles Gewinnstes, denn wenn es wahr ist, daß der [Klawier]auszug
gestochen, so nimmt ihn kein deutscher ver[leger] mehr, Es ist wahrscheinlich, daß der
Klawiera[uszug] wohl bald irgend von einem deutschen Verl[eger] dem Londner Nachgestochen
erscheint, und ich verl[iere] Ehre und honorar. – ihr bekannter edler Karak[ter] läßt mich
hoffen, daß sie einigen Antheil d[aran] nehmen, und sich thätig für mich beweisen"
Die Briefanschrift von fremder Hand lautet: "Vienna / Mr. Salomon / most renowned virtuoso in / the service of His Royal / Highness the Prince Regent / London / Newman street, Oxford street / no. 70." Wenige Monate nach dem Brief an Smart fragte Beethoven nun auch bei Johann Peter Salomon nach, ob dieser eine Möglichkeit sehe, wenigstens die Kopiaturkosten für die Abschrift der Schlachtensinfonie für den Prinzregenten von diesem zurückzuerhalten. Außerdem habe er gehört, es werde ein Klavierauszug vorbereitet, wodurch er sich um seine Rechte und Honorare als Autor betrogen sah (tatsächlich war das nicht der Fall und Beethoven hatte das Werk für Österreich schon an Steiner verkauft). Obwohl Beethoven auch später noch mehrere Versuche unternahm, den englischen König auf seine Unterlassung hinzuweisen, erhielt er zeit seines Lebens keine Anerkennung für die Widmung. Nachdem er viele Jahre später dem König auch ein gedrucktes Exemplar der Partitur geschickt hatte, aktivierte er 1825 noch einmal den renommierten Londoner Harfenmacher Johann Andreas Stumpff, dessen Bemühungen jedoch ebenfalls vergeblich blieben. Stumpff antwortete: "wegen Ihrer Schlacht von Victoria habe ich mich vielfältiger erkundigt, und selbst bei denjenigen so dem König am nächsten stehen, habe aber weiter nichts erfahren können als das mann bedaure das mann mir in dieser Sache nicht dienen könne und das Sir Benj. Bloomfield der damalige Chef des Musikalischen Departments so solche vieleicht in empfang genommen nicht mehr in London sei sondern als Gesander am Schwedischen Hofe schon seit mehrern Jahren abgegangen sei, und daß vieleicht ein günstiger Zufall vieleicht eine Gelegenheit anbiethen möge, dem Könige daran zu erinnern".
Birchall, London, Januar 1816
Beethoven-Haus Bonn, C 91/12
Steiner, Wien, März 1816
Beethoven-Haus Bonn, HCB C op. 91
Das geplante "simultane" Erscheinen der Ausgabe bei Steiner in Wien und Birchall in London funktionierte auch hier wieder nicht. Beethoven hatte zunächst den Wiener Verleger um Zurückstellung der Ausgabe gebeten, da er noch einen englischen Verlag finden müsse. Ende November 1815 teilte er dann Ries den Titel für die englische Ausgabe mit und bat um Mitteilung des Erscheinungstermins. Ries bestätigte im Dezember das Eintreffen der Partituren, aber man teilte Beethoven eine Verzögerung um drei bis vier Monate mit, die der Komponist an Steiner weitergab. Nichtsdestotrotz erschien die englische Ausgabe schon innerhalb eines Monats im Januar 1816, also zwei Monate vor der deutschen Ausgabe.
Beethovens Beziehungen zu Großbritannien
Weitere Verlage
Zwei in London tätige italienische Musiker, Francesco Cianchettini und der Cellist Sperati, die sich auf dem Titelblatt als "Importers of Classical Music" bezeichnen, gaben von 1807 bis 1809 in monatlichen Lieferungen eine Serie von 27 Sinfonien in Partiturausgaben heraus. Neben 18 Sinfonien von Joseph Haydn und sechs Werken von Mozart erschienen auch die ersten drei Sinfonien Beethovens hier erstmals in Partiturform, die auf dem Kontinent erst in den 1820er Jahren gebräuchlich wurde. Vorlage war die Erstausgabe in Stimmen, die 1804 in einem Wiener Verlag erschienen war. Beethoven hat von dieser Ausgabe sicherlich nichts gewusst und davon auch nicht finanziell profitiert. Auch die Widmung an den Prinzregenten Georg von England geht nicht auf Beethoven selbst, sondern auf die Herausgeber zurück.
Die 2. Sinfonie op. 36 wird hier interessanterweise als 1. Sinfonie
bezeichnet.
Beethoven-Haus Bonn, HCB C Md 120
Dass im Londoner Musikverlag Preston neben den von George Thomson herausgegebenen Volksliedbearbeitungen auch eine Vielzahl von Nachdrucken erschien, verdeutlicht der abgebildete Katalogausschnitt.
The British Library
The British Library
Abbildung mit Genehmigung des British Library Board
Der Londoner Verlag Monzani & Hill brachte in den Jahren 1808 bis ca. 1820 eine monumentale, auf 75 Bände berechnete Gesamtausgabe von Beethovens Klavier- und Klavier-Kammermusikwerken heraus. Es handelte sich dabei durchweg um Nachdrucke. Heft 27 ist nur in diesem einzigen, seit wenigen Jahren im Beethoven-Haus verwahrten Exemplar überliefert. Es enthält die Variationen in G-Dur WoO 77, deren Erstdruck 1800 in einem Wiener Verlag erschienen war.
Monzani & Hill, London ca. 1813
Beethoven-Haus Bonn, C WoO 77/8
Beethovens Beziehungen zu Großbritannien
Der Klavierbauer Thomas Broadwood
Inschrift mit Unterschriften
Der damals produktivste Klavierbauer, Thomas Broadwood in London, schenkte Beethoven 1817 einen Hammerflügel. Zu diesem Zweck hatte er fünf der wichtigsten Londoner Musiker in seine Werkstatt gebeten, um ein geeignetes Instrument für den hochverehrten Meister auszuwählen. Auf der Vorderkante des Stimmstocks oberhalb des Firmenschildes ist zu lesen: "Hoc Instrumentum est Thomae Broadwood (Londrini) donum propter ingenium illustrissime Beethoven." Daneben signierten Friedrich Kalkbrenner, Ferdinand Ries, Johann Baptist Cramer, Jacques-Godefroi Ferrari und Charles Knyvett das Instrument. Viele Jahre später schenkte der Wiener Musikverleger Carl Anton Spina den Flügel Franz Liszt, der ihn dann seinerseits dem Ungarischen Nationalmuseum vermachte. Im Beethoven-Haus befindet sich das abgebildete, baugleiche Instrument.
Beethoven-Haus Bonn, NE 196
"Mein sehr werther Freund, mein lieber Graf!
aus beyliegendem ersehen sie die Lage der Sachen, ich zweifle nicht, daß man mir, ohne daß ich
große Ansprüche machte, erlauben wird, dieses Instrument anzunehmen, zudem da es nun bald in
Triest anlangen wird, Bridi hat von dem Engländer den Auftrag das Geschäftsmäßige hiebey zu
besorgen – ich warte nun das Resultat von ihren gütigen Bemühungen oder Nachforschungen ab,
alsdenn wird wohl nichts besseres seyn, als mich an Se. Exzellenz den gr. Stadion selbst
schriftlich oder Mündlich zu wenden. – ich hoffe bald des vergnügens, sie zu sehen,,[sic]
Theilhaftig zu werden; – mit inniger Liebe u. Verehrung
ihr Freund Beethowen"
Broadwood teilte Beethoven Anfang Januar 1818 mit, dass das Instrument am
27. Dezember auf den Weg geschickt worden sei. Beethoven wandte sich sofort an Graf Moritz Lichnowsky mit der
Bitte, sich beim Finanzminister dafür einzusetzen, dass er das Instrument zoll- und gebührenfrei entgegennehmen
könne. Wie der Bericht in der Wiener Zeitung vom 8. Juni 1818 belegt, wurde diesem Ansinnen stattgegeben: "Herr
Ludwig van Beethoven, dem nicht nur Oesterreich, sondern auch das Ausland durch Anerkennung seines hohen, weit
umfassenden musikalischen Genies huldigt, erhielt zu London von einem seiner dortigen Verehrer ein sehr seltenes
und kostbares Pianoforte zum Geschenke, welches demselben frachtfrey dis [sic] nach Wien geliefert ward. Mit
besonderer Liberalität erließ die k.k. allgemeine Hofkammer den Eintrittszoll, dem sonst fremde musikalische
Instrumente unterliegen, und gab dadurch wieder den schönen, für die Künste erfreulichen Beweis, wie sehr man
befließen sey, in eben dem Maße so seltene Verdienste des Genies durch humane Werthschätzung zu ermuntern."
Beethoven bedankte sich überschwänglich für das "ehrenvolle Geschenk": "Ich werde es als einen Altar sehen, auf
dem ich dem Gott Apollo meine schönsten geistigen Opfergaben darbringen werde."
Die Philharmonic Society
Die Neunte Sinfonie
Beethovens wichtigster institutioneller Partner in England wurde die 1813 in London gegründete Philharmonic
Society. Die weitgehend privat organisierte Gesellschaft hatte sich die Veranstaltung von Konzerten auf höchst
professionellem Niveau auf ihre Fahnen geschrieben. Viele Bezugspersonen Beethovens spielten eine wichtige
Rolle: Die schon mehrfach erwähnten Musiker Sir George Smart und Ferdinand Ries gehörten zum Direktorium, der
Pianist, Cellist und Komponist Charles Neate war einer der Gründungsväter. In den ersten Konzerten bildete
jeweils ein Werk Beethovens den Fixpunkt. Meist war dies eine Sinfonie, aber auch Werke wie das beliebte Septett
op. 20 oder das Quintett op. 29 standen auf dem Programm. In den zeitüblichen Mischprogrammen erklangen außerdem
Werke von Cherubini, Mozart, Haydn und Boccherini. 1815 kaufte die Philharmonic Society drei aus der Reihe von
Werken, die Beethoven Smart und Salomon zur Vermittlung nach England angeboten hatte: die Schauspielouvertüren
zu "Die Ruinen von Athen" op. 113 und "König Stephan" op. 117 sowie die Ouvertüre "Zur Namensfeier" op. 115. Im
gleichen Jahr hielt sich Neate in Wien auf, wo er Beethoven besuchte und bei seiner Abreise nach London im
Februar 1816 etliche Werke mit nach London nahm, um sie in den Konzerten der Philharmonischen Gesellschaft
aufzuführen bzw. Londoner Verleger zu finden. Beethoven hoffte auch auf ein Benefizkonzert zu seinen Gunsten.
Allerdings wurde er enttäuscht und fühlte sich hintergangen, nachdem er monatelang nichts von Neate gehörte
hatte, aber in der Presse von einer erfolgreichen Aufführung seiner Sinfonie in London las. Ob es sich
tatsächlich schon um die neue 7. Sinfonie oder um die schon oft aufgeführte 5. gehandelt hat, ist nicht
zweifelsfrei nachzuweisen.
Im folgenden Jahr lud die Philharmonische Gesellschaft Beethoven nach London ein. "Wir möchten Sie gerne
nächsten Winter unter uns hier in London haben", schrieb Ferdinand Ries am 9. Juni 1817. Einleitend schmeichelte
er dem Komponisten: "Die Philharmonische Gesellschaft wo man Ihre Compositionen allen andern vorzieht, wünscht
Ihnen einen Beweis der großen Achtung und Erkenntlichkeit zu geben, für die so vielen schönen Augenblicke, die
wir durch Ihre außerordentlich genialischen Werke so oft genossen haben". Konkret bot die Gesellschaft Beethoven
300 Guineen für Beethovens Saisonaufenthalt in London und die Komposition von zwei Sinfonien, die ins Eigentum
der Gesellschaft übergehen sollten. Der Aufenthalt ermögliche ihm auch weitere eigene Konzerte, "die eine schöne
Summe Geldes einbringen" könnten. Beethoven forderte mindestens weitere 100 Guineen Reisekosten, die sich aber
durch einen notwendigen Reisebegleiter noch erhöhen könnten. Das lehnte die Gesellschaft ab, und die Reise kam –
sicher auch bedingt durch Beethovens schlechten Gesundheitszustand und die Sorge um seinen Neffen – nicht
zustande.
Allerdings hielt Beethoven an dem Vorhaben einer Englandreise fest und schrieb 1822 an Ries: "noch immer hege
ich die Gedanken, doch noch nach London zu kommen, wenn es nur meine Gesundheit leidet, vieleicht kommendes
Frühjahr?!" In diesem Zusammenhang fragte er auch an: "was würde mir wohl die Harmonie Gesellschaft für ein
Honorar für eine Große Sinphonie antragen?". Ries gab die Anfrage weiter und tatsächlich traf das Direktorium in
der ersten Planungssitzung für die Saison 1823 einen positiven Entscheid:
"10. November 1822
Resolved that an offer of £ 50 be made to Beethoven for a M[anu].S[cript].Sym[phony]. He having permission to
dispose of it at the expiration of Eighteen Months after the receipt of it. It being a proviso that it shall
arrive during the Month of March next."
Im Protokollbuch wurde also festgehalten, dass man Beethoven für eine neue, noch ungedruckte Sinfonie ein
Honorar von £ 50 anbiete unter der Bedingung, dass das Manuskript im Laufe des März eintreffe. Beethoven habe
dann (anders als beim Angebot von 1817) nach Ablauf von 18 Monaten das Recht, frei über die Komposition zu
verfügen. Ries teilte Beethoven den Beschluss fünf Tage später mit.
The British Library
The British Library
Abbildung mit Genehmigung des British Library Board
Anfang 1823 kaufte die Philharmonic Society für £ 25 auch die Ouvertüre zu "Die Weihe des Hauses" op. 124. Eine Abschrift überbrachte der k.k. Gesandtschaftssekretär in London Caspar Bauer. Ende Februar kündigte er Neate an, die Sinfonie auf demselben Wege zu schicken, sobald er das Honorar empfangen habe. Tatsächlich war op. 125 zu dieser Zeit erst in einzelnen Teilen skizziert und komponiert. Außerdem gab er seiner Hoffnung Ausdruck, im nächsten Jahr bei besserer Gesundheit London besuchen zu können: "England mögte ich sehn, u. alle die Herrlichen Künstler, die dort sind, für meine Umstände würde es auch vortheilhaft seyn, indem ich doch nie in Deutschland zu etwas kommen kann."
Beethoven-Haus Bonn, HCB Br 176
"Vien am 25ten Februar 1823
Mein lieber werther Freund!
[…] – an Ries habe ich eine neue overture für die Philarmonische Gesellschaft übermacht, u. ich
warte nur auf die Anweisung hier für die neue Sinfonie, Wo ich selbe sogleich von hier
abschicken werde, u zwar durch gelegenheit unsre kaiserl königl Gesandschaft.
Der überbringer dieses ist der Hr. v. Bauer eben so geistreich als Liebenswürdig, welcher ihnen
mehreres von mir erzählen kann – bessert sich meine Gesundheit +welche seit 3 Jahren sehr übel
war.+, so hoffe ich 1824 in london zu seyn, schreiben sie mir darüber, was die Philarmonische
Gesellschaft brauchte, würde ich gerne für sie schreiben, England mögte ich sehn, u. alle die
Herrlichen Künstler, die dort sind, für meine Umstände würde es auch vortheilhaft seyn, indem
ich doch nie in Deutschland zu etwas kommen kann. – Es braucht nur meines Namens auf einem
Briefe an mich, wo ich solche sicher erhalte. -
alles gute u. schöne fließe ihnen zu dies sind die wünsche ihres Wahren Freundes
Beethoven"
Die Fertigstellung der Sinfonie verzögerte sich. In mehreren Schreiben an Ries aus dem Jahre 1823 führte Beethoven immer wieder neue Ausflüchte an. Anfang September versprach er dem Kurier Franz Christian Kirchhoffer, Angestellter beim Wiener Bankhaus Hofmann & Goldstein, das Manuskript innerhalb der nächsten zwei Wochen zu liefern. Wie die Quittung bestätigt, musste Kirchhoffer sich noch fast acht Monate gedulden.
The British Library
The British Library
Abbildung mit Genehmigung des British Library Board
Neate bestätigte den Empfang der Partitur erst acht Monate später, am 20. Dezember 1824. Die von Beethoven überprüfte Abschrift trägt den eigenhändigen Titel: "Große Sinfonie Geschrieben Für die Philharmonische Gesellschaft in London.- von Ludwig van Beethoven Erster Saz". Die Handschrift bietet im Finale den deutschen Originaltext, in London wurde dann eine englische und eine (nicht ganz vollständige, teils freie) italienische Übersetzung nachgetragen. Schillers Ode "An die Freude" kam in dieser besonders gut singbaren Sprache zur Aufführung.
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Blatt 72r mit dem Beginn des 3. Satzes weist die eigenhändige Bezeichnung "Dritter Saz." auf
sowie Korrekturen am Notentext, angezeigt mit Korrekturkreuzen am Rand.
Die Philharmonic Society
Die Neunte Sinfonie
Charles Neate lud Beethoven für die Saison 1825 abermals nach England ein, um die englische Erstaufführung der 9. Sinfonie zu dirigieren. Gegen ein Honorar von 300 Guineen sollte er zwei neue Werke, eine weitere Sinfonie und ein Konzert, zur Uraufführung bringen. Außerdem könne er eine Akademie zu eigenen Gunsten geben. Offenbar war man sich in London über das Ausmaß von Beethovens Schwerhörigkeit nicht im Klaren. Beethoven bat um eine Erhöhung der Gage um 100 Guineen, die nicht gewährt wurde, Neate war aber sicher, dass Beethoven trotzdem "vollkommen mit dem Aufenthalt in England zufrieden sein werde". Die Reise kam jedoch abermals nicht zustande. Beethoven legte dem Brief ein von Kopistenhand geschriebenes Fehlerverzeichnis zur 9. Sinfonie bei, merkte jedoch an, dass sich diese Fehler in anderen Abschriften gefunden hätten, aber nicht notwendigerweise auch in der Londoner aufträten. Neate teilte später übrigens mit, dass die Londoner Abschrift fehlerfrei war.
Beethoven-Haus Bonn, HCB Br 178
Es gelang der Philharmonic Society im ersten Anlauf nicht, eine den Anforderungen des Werkes entsprechende Aufführung zu Wege zu bringen. Der ungeheuer populäre Kontrabassist Domenico Dragonetti sollte die Bass-Rezitative solistisch ausführen, weswegen er ein Extrahonorar forderte, das die Gesellschaft allerdings ablehnte. An den Sekretär schrieb er, dass er sogar das Doppelte gefordert hätte, wenn er die Partitur bereits gekannt hätte. Eine öffentliche Probe am 1. Februar wurde zum musikalischen und in der Folge zum medialen Fiasko. Dies beeinflusste auch die Kritik der regulären Aufführung am 21. März 1825 maßgeblich. Das Werk galt den Kritikern als zu lang und zu schwierig. Der Dirigent, der gewissenhafte Künstler Sir George Smart, hatte die Direktoren der Philharmonic Society noch kurz zuvor dringend ersucht, die Aufführung zu verschieben, bis geklärt sei, ob Beethoven nach London komme und trotz seiner – in London womöglich unterschätzten – Schwerhörigkeit "an der Aufführung Anteil nehmen" könne (wie es salomonisch bei der Wiener Uraufführung hieß), bzw. Fragen geklärt seien, die etwa das richtige Tempo für das Bass-Rezitativ im 4. Satz beträfen. Auf Drängen der Wiener Freunde Beethovens war die Sinfonie entgegen der Abmachung mit der Philharmonischen Gesellschaft bereits ein knappes Jahr zuvor, am 7. Mai 1824, in Wien uraufgeführt worden; dort allerdings mit überwältigendem Erfolg. Erst zehn Jahre nach der englischen Erstaufführung gelang auch der Durchbruch in London. Die Royal Academy führte in den Hanover Square Rooms das Chorfinale separat auf, diesmal in einer englischen Übersetzung des Dirigenten Charles Lucas. Die Botschaft wurde nun verstanden. Weitere zwei Jahre später gelang dann auch der Philharmonic Society eine rundum gelungene Aufführung unter Ignaz Moscheles, die zum Vorschlag führte, das Werk jedes Jahr mit einem Chor von 1000 Sängern und einem 500-köpfigen Orchester als Apotheose, als große Freimaurer-Hymne Europas, erklingen zu lassen. Dieser Gedanke wurde in anderer Form im Jahre 1972 Realität. Der Straßburger Ministerrat der Europäischen Gemeinschaft beschloss offiziell, einen Ausschnitt aus dem Chorfinale in einer rein instrumentalen Fassung zur Europa-Hymne zu bestimmen.
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Smart vermerkte, dass das ausgedehnte Konzert pünktlich um 20 Uhr begann, von 22.02 Uhr bis
22.22 Uhr Pause war, die Aufführung der 9. Sinfonie genau 1 Stunde und 4 Minuten dauerte und das
Konzert um 23.26 Uhr endete. Vor allem die Aufführungsdauer der Sinfonie ist eine wertvolle
Information. Sie bewegt sich auf der Höhe heutiger Interpretationen, während die Konzerte damals
insgesamt wesentlich länger waren. Auf der Rückseite des Programms ist in der rechten Spalte
eine im Vergleich zur Textfassung in der Partitur leicht modifizierte italienische Übersetzung
der Gesangstexte abgedruckt.
Sir George Smart besuchte ein halbes Jahr nach der Aufführung Wien und traf sich mehrmals mit Beethoven in Wien und Baden.
Lithographie von Charles Joseph Hullmandel nach einem vermutlich von William Bradley stammenden
Gemälde
Beethoven-Haus Bonn, B 2005
Bei seinem Abschiedsbesuch am 16. September schenkte Smart dem verehrten Komponisten eine Diamantnadel zum Andenken. Als Dank komponierte Beethoven für ihn den Kanon "Ars longa, vita brevis" WoO 192, "so schnell seine Feder schreiben wollte, in einer Zeit von etwa zwei Minuten", wie Smart in seinem Tagebuch notierte. Die eigenhändige Widmung lautet: "Geschrieben am 16ten September 1825 in Baden, als mich mein lieber talentvoller Musikkünstler u. Freund Smart (aus England) allhier besuchte. Ludwig van Beethoven".
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Die Philharmonic Society
Das Geldgeschenk
Im Februar 1827 richtete sich der bereits todkranke Beethoven mit der Bitte um finanzielle Unterstützung an seinen alten Bekannten Ignaz Moscheles. Ähnlich lautende Briefe erhielten auch George Smart und Johann Andreas Stumpff. In früheren Jahren hatte die Philharmonische Gesellschaft bereits mehrfach mit ihm wegen eines nur ihm gewidmeten Konzerts korrespondiert. Jetzt sah sich der seit mehreren Monaten arbeitsunfähige Beethoven veranlasst, um eine solche Akademie zu seinen Gunsten zu bitten. Er war schon so schwach, dass er den Brief nur noch diktieren konnte, lediglich die später von Moscheles abgetrennte Unterschrift war von seiner eigenen Hand.
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 27
"Wien 22. Febr. 1827.
Mein lieber Moscheles !
Ich bin überzeugt, daß Sie es nicht übel nehmen, daß ich Sie ebenfalls wie Sir Smart, an den
hier ein Brief beyliegt, mit einer Bitte belästige. Die Sache ist in Kürze diese. Schon vor
einigen Jahren hat mir die philharmonische Gesellschaft in London die schöne Offerte gemacht zu
meinem Beßten eine Akademie zu veranstalten. Damals war ich Gott Lob nicht in der Lage, von
diesem edlen Antrage Gebrauch machen zu müssen. Ganz anders ist es aber jetzt wo ich schon bald
3 Monathe an einer äußerst langwierigen Krankheit darnieder liege. Es ist die Wassersucht. –
Schindler wird Ihnen hier beyliegend mehr davon sagen.
Sie kennen seit lange mein Leben, wissen auch, wie und von was ich lebe. Ans Schreiben ist itzt
lange nicht zu denken, und so könnte ich leider in die Lage versetzt werden, Mangel leiden zu
müssen. – Sie haben nicht nur ausgebreitete Bekanntschaften in London, sondern auch bedeutenden
Einfluß bey der philhar. Gesellschaft. Ich bitte Sie daher, dieses so viel als es Ihnen möglich
anzuwenden, daß die philhar. Gesellschaft jetzt von Neuem diesen edlen Entschluß fasse, und bald
in Ausführung bringen möge. Des Inhalts ist auch beyliegender Brief an Sir Smart, so wie ich
einen bereits an Hrn Stumpff abschickte. Ich bitte Sie nur, den Brief an Sir Smart
einzuhändigen, und sich zur Beförderung dieses Zweckes mit ihm und allen meinen Freunden in
London zu vereinigen.
Selbst das Diktiren wird mir schwer, so schwach bin ich. Empfehlen Sie mich Ihrer
liebenswürdigen Frau Gemahlin, und seyen Sie überzeugt, daß ich stets seyn werde
Ihr Freund
[an der Stelle der herausgeschnittenen Unterschrift ist ein Zettel mit der Bemerkung Moscheles'
aufgeklebt: 'Beethovens Unterschrift verschenkt.']
Antworten Sie mir doch bald, damit ich höre, ob ich was zu hoffen habe."
1808 war der aus Prag stammende Pianist, Komponist und Dirigent Ignaz Moscheles nach Wien gekommen, bis 1820 gehörte er dort zu Beethovens Umkreis. Von Anfang der 1820er Jahre bis 1846 lebte Moscheles in London, stand aber weiterhin in brieflichem Kontakt mit Beethoven.
Lithographie von M. Gauci nach einer eigenen Zeichnung
Beethoven-Haus Bonn, B 2000
Der aus Thüringen stammende Harfenmacher Johann Andreas Stumpff war ein großer Verehrer Beethovens. Im Herbst
1824 hatte er Beethoven in Baden besucht und erinnerte sich in einem erhaltenen Briefentwurf an die Begegnung:
"Noch dankt mein wallendes Herz der Vorsicht daß mich nach dem Lieben Baaden führte und von Angesicht zu
Angesicht den Liebling der Musen und Schöpfer der erhabensten Ton-Gebilde die je aus dem menschlichen Geiste
geströmt blicken ließ und der mich einer so gütigen Aufnahme gewürdigt die ich zeitlebens zu verdienen suchen
werde." Im folgenden Jahr machte er "dem größten, jetzt lebenden Ton-Künstler, Luis v. Bethoven" mit dem
Geschenk der 42-bändigen Gesamtausgabe der Werke Georg Friedrich Händels eine besondere Freude.
Nach Erhalt der Hilferufe berief der Vorstand der Philharmonischen Gesellschaft sofort eine Sitzung ein, bei der
Beethovens Wunsch insofern entsprochen wurde, als ihm die stattliche Summe von £ 100,- sofort bewilligt und nach
Wien gesendet wurde. Dies war eine noble Geste der Gesellschaft, die Beethoven nicht immer als zuverlässigen
Partner kennen gelernt hatte, ihn aber als Künstler stets hoch achtete. Am Tag von Beethovens Begräbnis, wovon
er freilich noch nichts wusste, teilte Moscheles dann der Gesellschaft den Inhalt jenes Briefes mit, den sein
Freund Sebastian Rau ihm geschickt hatte. Rau hatte von der ungeheuren Freude berichtet, die Beethoven empfunden
habe, als er ihm das Geldgeschenk der Gesellschaft übergab. Tatsächlich war es Beethovens letztes großes
Glücksgefühl, das vorübergehend sogar zu einer gesundheitlichen Besserung führte.
Beethoven-Haus Bonn, Sammlung Wegeler, W 31
"Wien den 17 März 1827. Lieber Freund! […] Dein Schreiben, welches ich zugleich mit den – für
Beethoven überschickten £ 100 richtig empfieng, setzte uns in eben so großes Staunen, als
Bewunderung. Der große, in ganz Europa mit Recht verehrte, hochgepriesene Mann, der edelste,
gutherzigste Mensch liegt in Wien in der grösten Noth, auf seinem Krankenlager zwischen Leben
und Tod! Und dieß müßen wir von London aus erfahren; von dort eilt man, ihm sein Elend seinen
Kummer zu mildern, ihn mit Hochherzigkeit vor Verzweiflung zu retten. Ich fuhr auf der Stelle zu
ihm; um mich von seiner Lage zu überzeugen und ihm die bevorstehende Hülfe anzuzeigen. Es war
herzzerreißend ihn zu sehen, wie er seine Hände faltete und sich beynahe in Thränen der Freude
und des Dankes auflöste. Wie belohnend und beseligend wäre es für Euch – ihr großmüthigen
Menschen gewesen, – wenn Ihr Zeugen dieser höchst rührenden Scene hättet seyn können! Ich fand
den armen Beethoven in der traurigsten Lage; mehr einem Skelette, als einem lebenden Wesen
ähnlich. Die Wassersucht hat so sehr um sich gegriffen, daß er schon 4 – 5 mahl abgezapft werden
mußte. Er ist in ärztlicher Beziehung in den Händen des Dr Malfatti, also gut versorgt. Malfatti
gibt ihm wenige Hoffnung. Wie lange sein gegenwärtiger Zustand noch dauern, oder ob er überhaupt
gerettet werden kann, läßt sich nicht bestimmen. Indeß hat die Anzeige der eingetretenen Hülfe
eine merkwürdige Veränderung zur Folge gehabt. Durch die freudige Gemüthsbewegung veranlaßt,
sprang in der Nacht eine der vernarbten Ponctionen auf, und alles Wasser, das sich seit 14 Tagen
gesammelt hatte, floß von ihm. Als ich ihn des andern Tags besuchte, war er auffallend heiter,
fühlte sich wunderbar erleichtert. Ich eilte zu Malfatti, ihn hiervon in Kenntniß zu setzen. Er
hält dieses Ereignis für sehr beruhigend. Man wird ihm auf einige Zeit eine Hohlsonde
appliziren, um diese Wunde offen zu erhalten, und dem Andrange des Wassers freyen Abfluß zu
verschaffen. Gott gebe seinen Segen!"
Am 28. März übermittelte Sebastian Rau die Nachricht von Beethovens Tod nach London. An Moscheles schrieb er: "Beethoven ist nicht mehr; er verschied den 26tn März Abends zwischen 5 – 6 Uhr – unter dem herbesten Todeskampf und schrecklichen Leiden. Er war jedoch schon den Tag zuvor ohne alle Besinnung." Einen Brief gleichen Datums und ähnlichen Inhalts erhielt Johann Andreas Stumpff vom Wiener Klavierbauer Johann Baptist Streicher. Dieser hatte 1822 eine ausgedehnte Studienreise unternommen und sich in London mit Stumpff angefreundet.

Josef Teltscher hat Beethoven im März 1827 wohl wiederholt besucht und gezeichnet. Mit weitgehender Sicherheit war er auch am Nachmittag des 26. März im Wohnzimmer des Sterbenden zugegen, wie Anselm Hüttenbrenner und Johann Baptist Jenger es überliefert haben. Aus der Art der Darstellung ist anzunehmen, dass Beethoven zu dem Zeitpunkt, als ihn Teltscher zeichnete, noch am Leben war, sein Bewusstsein aber anscheinend bereits verloren hatte.
Epilog
Nachwirkungen auf Insel und Kontinent
Beethoven-Haus Bonn, B 1314
Fotografie von Stanislaus Julian Walery, London, um 1890
Beethoven-Haus Bonn, B 1271
Die eigenhändige Widmung lautet: "Dem Verein Beethoven-Haus gewidmet von / Charles Hallé".
Bereits in jungen Jahren begann Joseph Joachim in Wien sein Musikstudium bei Joseph Böhm (1795–1876), der Ludwig
van Beethoven noch persönlich gekannt und u. a. bei der Uraufführung der 9. Sinfonie mitgewirkt hatte. Über
seinen Lehrer hatte Joachim daher einen direkten Anknüpfungspunkt an die authentische Interpretation der Werke
des von ihm sehr verehrten Komponisten. 1844, also im Alter von nur 13 Jahren, debütierte er in London unter
Felix Mendelssohn Bartholdy mit sensationellem Erfolg als Solist des Violinkonzerts. Seitdem galt er als d e r
Interpret dieses Werks schlechthin, zu dem er auch zwei eigene Kadenzen komponierte. Später wurde Joachim die
graue Eminenz des deutschen Musiklebens und war u. a. Ehrenpräsident des Beethoven-Hauses. In dieser Funktion
begründete er die Tradition der Bonner Kammermusikfeste. Die späten Streichquartette Beethovens hat er mit
seinem Quartett durch Interpretationen, die seinen Zeitgenossen als unübertroffen galten, einem breiteren
Publikum erst bekannt gemacht.
Der in Hagen/Westfalen geborene Karl Halle hatte maßgeblichen Einfluss auf das englische Musikleben des 19.
Jahrhunderts. Er ließ sich früh in London nieder, wo er Beethovens Klaviersonaten zunächst in Hauskonzerten und
dann in öffentlichen Konzerten ins Repertoire einführte. Später gründete er in Manchester ein nach ihm benanntes
Orchester, das für seine exemplarischen Aufführungen gerühmt wurde.
Beethoven-Haus Bonn, BH 158
Reproduktion eines Holzstichs
Beethoven-Haus Bonn, B 2072
Vor der feierlichen Enthüllung des Beethoven-Denkmals auf dem Bonner Münsterplatz am 12. August 1845
unterzeichneten die Ehrengäste, darunter Königin Victoria von England, ihr Prinzgemahl Albert, König Friedrich
Wilhelm IV. von Preußen und Franz Liszt, die Stiftungsurkunde. Auch die Mitglieder des Komitees signierten das
Dokument. Wie auf der Urkunde selbst vermerkt, wurde sie "in doppeltem Original aufgenommen" und nach der
Unterzeichnung "eines jener Originalien in eine bleierne Capsel geschloßen und am Fuße des Denkmals
eingemauert". Allerdings wurde keine solche Kapsel mit Urkunde gefunden, als man in den 1970er Jahren im Zuge
der Baumaßnahmen für das Parkhaus unter dem Münsterplatz den Sockel der Statue öffnete und die darin
eingemauerten Dokumente ins Bonner Stadtarchiv verbrachte.
Anlässlich der Deutschlandreise der englischen Königin erschien in der Illustrated London News ein Bericht mit
Darstellungen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten, u. a. dem Beethoven-Denkmal in Bonn, einer Karte des Rheins und
Genreszenen der Reise. Auch das Original des hier gezeigten Holzstichs wurde zuerst in dieser Zeitschrift
veröffentlicht. Die Reproduktion bildete das Deckblatt für eine Menükarte zum Diner, das der deutsche
Bundespräsident Richard von Weizsäcker zu Ehren von Königin Elizabeth II. von Großbritannien am 3. Juli 1986 auf
Schloss Brühl gab.
Impressum
Herausgeber
Beethoven-Haus Bonn
Bonngasse 24–26
D-53111 Bonn
Deutschland
Inhalte der Internet-Ausstellung:
Dr. Nicole Kämpken
Dr. Michael Ladenburger
Die Sonderausstellung wurde vom 22.08.2007 bis zum 18.11.2007 im Beethoven-Haus gezeigt.