Die Macht der Musik

Das kulturelle Leben im deutschen Kriegsgefangenenlager Bando in Japan

Das Barackenlager in Bando

Ausstellungen in den Kriegsgefangenenlagern

Katalog der "Ausstellung für Bildkunst und Handfertigkeit" im März 1918, der auch in japanischer Sprache gedruckt wurde

Die Gemeinde Bando stellte für die Ausstellung ihre Versammlungshalle mit großen Nebengebäuden und Außengelände zur Verfügung. Die Kriegsgefangenen präsentierten über 450 Exponate, wovon die meisten verkäuflich und nachbestellbar waren. Der Bereich "Bildkunst" umfasste über 200 Kreide-, Kohle-, Tusche- und Aquarellzeichnungen sowie einige Ölbilder. Der Bereich "Handfertigkeit" gliederte sich in 11 Unterabteilungen wie z.B. Schiffbau, Kinderspielsachen, Lebensmittel, aber auch Musikinstrumente (mit 7 Exponaten) und Sammlungen von ausgestopften Tieren und präparierten Pflanzen, ein Hobby, dem Heinrich Thies nachging.

"Pflanzen- und Samensammlung", zum Teil bestückt von Heinrich Thies
"Deutsche Ecke" bei der Provinzial-Ausstellung in Tokushima

Die Ausstellung stieß auf großes öffentliches Interesse, 19 Dolmetscher führten
über 50.000 Besucher, worunter auch viele Schulklassen waren.

Japanische Schulkinder besuchen das Lager

Auch die anderen Lager veranstalteten solche Ausstellungen, wie der Ausstellungskatalog aus Ninoshima und die Postkarte aus Kurume belegen. Solche Postkarten wurden zu allen besonderen Gelegenheiten in den Lagerdruckereien gedruckt und mit Einheitstextstempeln versehen. Das vereinfachte die Zensur und trug so wesentlich zu einer schnelleren Laufzeit bei.

"Kunst und Gewerbeausstellung Kurume 1918"
"Ausstellung für Bildkunst und Handfertigkeit", Bando