Beethoven und Großbritannien

"Wo man Ihre Compositionen allen andern vorzieht"

Beethovens Beziehungen zu Großbritannien

Weitere Verlage

Zwei in London tätige italienische Musiker, Francesco Cianchettini und der Cellist Sperati, die sich auf dem Titelblatt als "Importers of Classical Music" bezeichnen, gaben von 1807-1809 in monatlichen Lieferungen eine Serie von 27 Sinfonien in Partiturausgaben heraus. Neben 18 Sinfonien von Joseph Haydn und sechs Werken von Mozart erschienen auch die ersten drei Sinfonien Beethovens hier erstmals in Partiturform, die auf dem Kontinent erst in den 1820er Jahren gebräuchlich wurde. Vorlage war die Erstausgabe in Stimmen, die 1804 in einem Wiener Verlag erschienen war. Beethoven hat von dieser Ausgabe sicherlich nichts gewusst und davon auch nicht finanziell profitiert. Auch die Widmung an den Prinzregenten Georg von England geht nicht auf Beethoven selbst, sondern auf die Herausgeber zurück.

Erste Partiturausgabe der 2. Sinfonie op. 36, Cianchettini & Sperati, London 1808

Dass im Londoner Musikverlag Preston neben den von George Thomson herausgegebenen Volksliedbearbeitungen auch eine Vielzahl von Nachdrucken erschien, verdeutlicht der abgebildete Katalogausschnitt.

Thematischer Katalog der bei Preston veröffentlichten Werke Beethovens, 1823 The British Library

Der Londoner Verlag Monzani & Hill brachte in den Jahren 1808 bis ca. 1820 eine monumentale, auf 75 Bände berechnete Gesamtausgabe von Beethovens Klavier- und Klavier-Kammermusikwerken heraus. Es handelte sich dabei durchweg um Nachdrucke. Heft 27 ist nur in diesem einzigen, seit wenigen Jahren im Beethoven-Haus verwahrten Exemplar überliefert. Es enthält die Variationen in G-Dur WoO 77, deren Erstdruck 1800 in einem Wiener Verlag erschienen war.

Sechs leichte Variationen für Klavier über ein eigenes Thema (G-Dur) WoO 77, Monzani & Hill, London ca. 1813