Beethoven und das Geld

"Alle Noten bringen mich nicht aus den Nöthen!!"

Beethovens Arbeitsstipendium von Fürst Lobkowitz, Fürst Kinsky und Erzherzog Rudolph

Probleme mit der Auszahlung I

Beethoven versuchte nun, bei seinen Stiftern zu erwirken, dass eine Umrechnung nach der Skala nicht vorgenommen werde, sondern die jeweilige Summe statt in Banco-Zetteln voll in Einlösungsscheinen ausgezahlt würde. Obwohl laut Beethovens Beteuerungen alle drei zunächst ihr Einverständnis erklärten, erhielt er de facto in der Folgezeit nur von Erzherzog Rudolph den vollen Betrag.

Einlösungsschein 1811
Quittung für die Hauptkasse des Erzherzogs Rudolph

Infolge der äußerst gespannten wirtschaftlichen Verhältnisse hatte sich Fürst Lobkowitz hoch verschuldet. Seit September 1811 blieben seine Zahlungen aus. Am 1. Juni 1813 musste sein Vermögen zunächst unter eine "freundschaftliche Administration", ein halbes Jahr später schließlich unter staatliche Administration gestellt werden. Hierdurch wurden dem Fürsten alle Dispositionsrechte über sein Eigentum aberkannt; er musste seine Kapelle auflösen und Wien verlassen.

Antizipationsschein 1813
Gerichtsakten zum Prozess gegen Fürst Lobkowitz

In Anbetracht des drohenden Konkurses reichte Beethoven beim niederösterreichischen Landrecht Klage gegen den Fürsten ein, der in erster Instanz stattgegeben wurde. Am 22. Oktober 1813 wurde Lobkowitz zur Zahlung der rückständigen Pension sowie der künftigen in vollem Nennwert in Wiener Währung verurteilt. Die gegnerische Partei legte beim niederösterreichischen Appellationsgericht Berufung ein und Fürst Lobkowitz wurde am 22. März 1814 die Möglichkeit eingeräumt, durch Ablegung eines "Haupteides" Beethovens Beweismittel, eine mündliche Zusage des Fürsten, zu entkräften. Daraufhin wandte sich die lobkowitzische Seite im Hofrekurs an den Kaiser, der jedoch die Verfügung des Appellationsgerichts bestätigte. Da Fürst Lobkowitz sich weigerte, vor Gericht einen Eid abzulegen, trat am 19. April 1815 das ursprüngliche Urteil in Kraft. Bis Ende August 1815 hat Beethoven dann die rückständige Summe in drei Raten erhalten.