Beethoven und das Geld

"Alle Noten bringen mich nicht aus den Nöthen!!"

Beethoven und seine Verleger

Der Fall "Missa solemnis"

Die komplexesten und zugleich auch bedenklichsten Verkaufsbemühungen unternahm Beethoven ausgerechnet bei seiner größten kirchenmusikalischen Komposition, der Missa solemnis, die er damals auch als sein bedeutendstes Werk ansah.

Brief an Simrock vom 28. November 1820
Pistole avers

Bereits im Februar 1820, einen Monat vor der Inthronisation seines Schülers Erzherzog Rudolph als Erzbischof von Olmütz, zu der die Messe hätte ursprünglich erklingen sollen, aber letztlich fast drei Jahre vor ihrer endgültigen Fertigstellung, einigte sich Beethoven mit seinem alten Bonner Kollegen Nikolaus Simrock auf ein Honorar von 100 Louis d´or. Obwohl Simrock mehrfach betont, dass er den Wert des Louis d´or mit dem Friedrichs d´or bzw. der Pistole gleichsetze (dessen Wert lediglich 7,5 Gulden C.M. entsprach), fühlte Beethoven sich letztlich übervorteilt, da er selbst stets von 9 Gulden ausgegangen war. So hatte er sich denn auch von seinem Freund Franz Brentano einen Vorschuss von 900 Gulden C.M. auf das Honorar geben lassen, den er erst drei Jahre später in zwei Raten zurückzahlen konnte. Beethoven nahm nun parallel Verhandlungen mit den Verlegern Peters in Leipzig und Artaria in Wien auf, denen weitere folgten. Schließlich wurde die Messe 1824 für 1000 Gulden C.M. an den Verlag Schott in Mainz verkauft, gemeinsam mit der 9. Sinfonie, die 600 Gulden C.M. einbrachte.

Gulden avers
"Missa solemnis" op. 123

Vor der Drucklegung bot Beethoven die Missa solemnis in von seinen eigenen Kopisten hergestellten Abschriften 28 europäischen Fürstenhöfen für jeweils 50 Dukaten an. 10 Bestellungen gingen ein. Dies brachte ihm einen zusätzlichen Gewinn von 1650 Gulden C.M.