Erhaben, kurios oder modern

Beethoven-Denkmäler des 19. und 20. Jahrhunderts

1845

Das Beethoven-Denkmal auf dem Bonner Münsterplatz

Als man in Bonn einen Wettbewerb für die Gestaltung eines Denkmals für Ludwig van Beethoven ausgeschrieben hatte, bewarben sich eine ganze Reihe mehr oder weniger bekannter deutscher Bildhauer um diesen renommé-trächtigen Auftrag. Schließlich wählte man in Bonn den Entwurf des damals bereits in Dresden und München erfolgreich tätigen Bildhauers Ernst Julius Hähnel. Sein Konzept wurde als modern und erhaben zugleich empfunden.

Ernst Julius Hähnel: Beethoven-Denkmal Bonn (1845)

Hähnel stellte Beethoven in der Kleidung dar, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in bürgerlichen Kreisen Deutschlands und Österreichs üblich war: in Hemd und Halstuch, langärmeliger Jacke und langer Hose. Allerdings fügte der Bildhauer dieser Gewandung noch einen üppigen Mantel hinzu, damit die Figur Beethovens bei aller Modernität doch eine gewisse Erhabenheit erhielt. Die Pose des Komponisten, der in leichter Schrittstellung gezeigt wird und in der erhobenen rechten Hand die Schreibfeder hält, soll die musikalische Inspiration Beethovens darstellen und zugleich das Zukunftsweisende seiner Kunst ausdrücken.

Reliefs vom Sockel des Bonner Beethoven-Denkmals

Während die Beethoven-Figur, die Hähnel für das Bonner Denkmal gestaltete, in der Öffentlichkeit seiner Zeit durchaus kritisch gesehen wurde - man empfand diesen Beethoven entweder als zu erhöht oder als zu banal, stießen die Reliefs, die der Künstler für den hohen Sockel seines Denkmals geschaffen hatte, auf einhellige Zustimmung. In ihnen gestaltete Hähnel allegorische Darstellungen der verschiedenen Arten der Musik, die Beethoven komponiert hatte.