Auf den Spuren Beethovens

Hans Conrad Bodmer und seine Sammlung

Die Sammlung

Schriftstücke teilweise von Beethovens Hand

In der Abteilung "Schriftstücke teilweise von Beethovens Hand" finden sich neben Verlagsverträgen, dem wichtigen "Rentenvertrag" mit den Mäzenen Erzherzog Rudolph und den Fürsten Lobkowitz und Kinsky auch einzelne Notizblätter und Gesprächsaufzeichnungen. Bei der Versteigerung der Kölner Sammlung Wilhelm Heyer im Dezember 1926 konnte Bodmer aber auch ein vollständiges Konversationsheft in seine Sammlung aufnehmen. Seit 1818 war Beethoven durch seine fortgeschrittene Taubheit gezwungen, seine Gespräche schriftlich zu führen. Hierfür verwendete er Notizhefte, in die seine Gesprächspartner ihre Fragen und Antworten an den schwerhörigen Komponisten schrieben. Dieser antwortete dann allerdings meist mündlich. Er benutzte die Hefte aber auch für Notizen und, um musikalische Einfälle festzuhalten. Heute bilden die Konversationshefte neben den Briefen die wichtigste biographische Fundgrube.

Konversationsheft vom 9. September 1825

Dieses Heft wurde am 9. September 1825 nach einer relativ kurzfristig organisierten Privat-Uraufführung des neuen Streichquartetts a-Moll op. 132 im Wiener Gasthaus "Zum wilden Mann" benutzt, wo getafelt wurde. Die Gesprächspartner waren Beethoven, sein Neffe Karl, der Pariser Musikverleger Maurice Schlesinger (er wollte sich einen direkten Eindruck von dem neuen Streichquartett verschaffen, das er für den Berliner Verlag seines Vaters erwarb), die Geiger Ignaz Schuppanzigh und Karl Holz, Sebastian Rau und ein nicht identifizierter Schreiber, hinter dem der Gastwirt Sebastian Schmidt vermutet wird.