125 Jahre Beethoven-Haus

Bewegte und bewegende Geschichte

Pablo Casals im Beethoven-Haus

Wohl die bemerkenswertesten Konzerte, die je im Geburtshaus Beethovens stattfanden, waren die des Cellisten Pablo Casals am 18. und 20. September 1958. Der 81-Jährige weigerte sich, in Ländern, die die Franco-Diktatur tolerierten, aufzutreten, sah das Beethoven-Haus jedoch als neutralen Boden an.
In der letzten Augustwoche 1958 erreichte das Beethoven Haus dann ein Telegramm, dass Casals nach Bonn kommen wolle, um dort zu konzertieren.

Pablo Casals bei seinem ersten Besuch des Beethoven Hauses, mit Beethovens Cello
Telegramm Franz Seilers an den Direktor des Beethoven-Archivs, Prof. Joseph Schmidt-Görg

Casals hatte sich schon 1955 auf "Pilgerfahrt zu Beethoven" begeben, besichtigte das Geburtszimmer und den Garten und spielte auf Beethovens Violoncello. Auch trug sich Casals schon damals in das Ehrengästebuch ein.

Pablo Casals beim Konzert im Beethoven-Haus
Ansicht aus dem Hof

Doch zu Konzerten kam es erst im September 1958. Obwohl die Ankündigungszeit kurz, die Karten verhältnismäßig teuer waren und nur etwa hundert Plätze zur Verfügung standen, waren beide Konzerte schnell ausverkauft. Die Gäste drängten sich in allen drei Erdgeschoss-Räumen und bis auf den Hof und die Treppe.