125 Jahre Beethoven-Haus

Bewegte und bewegende Geschichte

H.C. Bodmer (1891-1956)

Sammler par excellence

Eine herausragende Persönlichkeit der Vereinsgeschichte ist mit Sicherheit Hans Conrad Bodmer.
Der Zürcher widmete sein Leben dem Sammeln von Beethoveniana und vollbrachte eine unglaubliche mäzenatische Tat, als er in seinem Testament seine gesamte Sammlung von 850 wertvollen Dokumenten dem Beethoven-Haus vermachte. Noch heute macht sie die Hälfte der Sammlung des Beethoven-Hauses aus.

H.C. Bodmers Testament, Zürich, 19. April 1954

Bodmer blieb dem Beethoven-Haus jedoch sehr lange fern. War er schon 1932 Mitglied des Vereins geworden, so wurden Anfragen nach Reproduktionen seiner Sammlung damals noch abgelehnt.
Erst, als Bodmer das Beethoven-Haus am 26. März 1952 zu den Festlichkeiten anlässlich des 125. Todestages Beethovens besuchte, wurde ein persönlicher Kontakt zwischen Bodmer und dem Beethoven-Haus geknüpft. Später gipfelte dieses sich allmählich aufbauende Vertrauen darin, dass er seine Sammlung zur Fotografie und wissenschaftlichen Auswertung freigab.

Ausweis des Vereins Beethoven-Haus für H.C. Bodmer

Auch der zu seiner Zeit meistgelesene österreichische Schriftsteller Stefan Zweig trug seinen Teil zu Bodmers Sammlung bei. Zweig selbst besaß eine herausragende Autographensammlung. Beschrieb er Bodmer (der ihm damals noch unbekannt war, Bodmer schätzte seinen Anonymität) 1927 noch als "Züricher Geldsack", so schrieb er im Dezember 1932 an den Beethoven-Forscher Max Unger von "der großartigen Sammlung Herrn Bodmers" und meinte: "Ich habe ein kollektives Sammler-Empfinden und halte es für richtig, dass, wenn einmal eine so grossartige Special-Sammlung besteht möglichst viel in sie eingehen soll […] Gegen Museen bin ich immer kulant und die Sammlung Bodmer ist schon heute als ein Museum zu betrachten."
Später gingen große Teile der Sammlung Zweig in Bodmers Sammlung über, da der Schriftsteller sich durch die politische Situation ins Exil gezwungen sah und sich von fast seiner gesamten Sammlung trennen musste.

Brief von Stefan Zweig an Max Unger, Salzburg, 21. Dezember 1932